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IT-Strategie

Nocens Executor

Woran man einen schlechten CIO erkennt

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Referenzen, die keine sind

Sam Gordon, der für CIOs zuständige Direktor von Harvey Nash Executive Search, nennt ein weiteres Anzeichen, das auf einen IT-Chef von fragwürdiger Qualität hinweist: Verdächtig sei es, wenn ein designierter Referenzgeber plötzlich Entschuldigungen für das Verhalten des CIO vorbringt. "Fragen Sie ihn, ob er die betreffende Person gern noch einmal einstellen würde", rät Gordon, "wenn sie daraufhin nicht in enthusiastisches Lob ausbricht, würde sie es wohl kaum tun." Sicherheitshalber sollten mindestens vier Referenzgeber kontaktiert werden, empfiehlt der Headhunter. Falls einer von ihnen es an Begeisterung fehlen lassen sollte, muss das den künftigen Arbeitgeber noch nicht allzu sehr beunruhigen.

Name-Dropping

Ein Windbeutel ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der chronische Name-Dropper. Das ist jemand, der in einer Stunde mehr als ein Dutzend Leute erwähnt, aber auf den Vorschlag, sie zu kontaktieren, antwortet: "Ich habe keine Ahnung, wo Bill gerade ist." Oder: "Ich weiß nicht, ob Sally sich an mich erinnert." Nicht nur der Personalberater Banerji fragt sich, welchen Sinn die Erwähnung eines Namens hat, wenn sein Träger keine Auskunft geben kann.

Umgeben von Jasagern


Foto: Pixelio/Hofschlaeger

Manche Verhaltensweisen legt der Nocens Executor erst an den Tag, wenn er sich bereits in seinem neuen Lebensraum niedergelassen hat. Nach ihrem Amtsantritt verpflichten viele Manager gern Leute, mit denen sie in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet haben. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Zumindest dann nicht, wenn das Team erfolgreich war. Zu einem Problem wächst es sich aber in drei Fällen aus: Wenn der Platz für die neuen Mitarbeiter durch weitgehend grundlose Kündigung der alten geschaffen wird, wenn daraus eine Vetternwirtschaft entsteht, und wenn sich die neuen Mitarbeiter als lauter Jasager entpuppen. Auf jeden Fall steckt in einer solchen Personalentwicklung einiges an Zündstoff, weiß der IT-Berater John Miano. Es bestehe die Gefahr, dass innerhalb der IT-Organisation zwei "Kasten" entstünden: hier die Auserwählten des CIO und dort der Rest. Darüber hinaus fühlten sich die neuen Leute möglicherweise mehr dem CIO als dem Unternehmen verpflichtet.

Ströme von Flüchtlingen

Löst die Ankunft des neuen CIO eine Welle von Kündigungen aus, so heißt das wohl, dass der Kandidat seine künftigen Mitarbeiter nicht überzeugen konnte. In den meisten Fällen taugt er dann auch nichts, so die Überzeugung des Harvey-Nash-Direktors Gordon. IT-Berater Miano ergänzt: "Wenn ein schlechter CIO kommt, gehen die guten Leute weg." Noch schlimmer als der Verlust einiger High Potentials sei jedoch der langfristige Schaden, den die Reputation der jeweiligen IT-Abteilung nehme. Die Firmen machten sich kaum eine Vorstellung davon, wie sich der Ruf ihres CIO auf ihre Suche nach guten IT-Mitarbeitern auswirke.

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