| Fusion unter positivem Vorzeichen | |
| Weitere Übernahmen geplant |
Die Angebotsfrist läuft. 73 Euro pro Anteilschein bietet der britische IT-Dienstleister Logica CMG den Unilog-Aktionären. "Unser Ziel ist es, 95 Prozent am Unternehmen zu erwerben", bekräftigte Peter Herrmann, Deutschland-Chef von Logica CMG. Das Aktienrecht gestattet dem Mehrheitseigner dann, in einem so genannten Squeeze Out, das Unternehmen vollständig zu übernehmen. Mehr als 30 Prozent der Anteile gehören Logica bereits, nachdem das Unilog-Management die eigenen Beteiligungen verkauft hat. "Die Integrationspläne laufen auf Hochtouren, damit wir bereits im ersten Halbjahr 2006 Synergieeffekte erzielen können", versprach Herrmann.
warum sich Unilog und Logica CMG zusammenschließen;
auf welche Schwierigkeiten sie stoßen;
warum weitere Fusionen im IT-Servicemarkt zu erwarten sind.
Damit hat die Marktkonsolidierung ein weiteres Opfer gefunden. Doch der Zusammenschluss der beiden in ihren Heimatmärkten gut aufgestellten Anbieter wurde unter anderen Vorzeichen als viele Übernahmen zuvor eingefädelt. Unilog und Logica CMG sind solide Unternehmen, die nicht durch wirtschaftlichen Druck zum Handeln gezwungen wurden. "Unilog hätte auch noch im Jahr 2006 und 2007 gut allein weiterarbeiten können", schildert Christophe Chalons, Geschäftsführer des Marktforschungshauses PAC Deutschland, München. "Erst langfristig wäre die nationale Fokussierung zur Gefahr geworden, es handelt sich also um eine vorbeugende Maßnahme."
Freiwillig kam die Verbindung indes nicht zustande, Unilog und Logica wurden jeweils von den geänderten Anforderungen ihrer Kunden gedrängt. Beide sind in ihren Heimatmärkten so gut positioniert, dass sie bislang vor allem mit den großen Abnehmern Geschäfte gemacht haben. Doch die reduzieren die Zahl ihrer IT-Dienstleister und bevorzugen dabei Anbieter, die die eigenen, zumeist weltweit ausgerichteten Aktivitäten unterstützen können. Das ist für national aufgestellte Service-Provider wie Logica CMG und Unilog nicht zu bewältigen. "Beide mussten einsehen, dass sie es alleine nicht schaffen, internationale Services anzubieten", erklärt Chalons.
Diese Einschätzung stützt Serge Dubrana, Mitglied des Unilog-Vorstands: "Unser Anspruch war es, ein europäischer Anbieter zu sein, der in Frankreich, Großbritannien und Deutschland stark vertreten ist. Um schneller wachsen zu können, hat Unilog nach einem Partner gesucht, der unser Geschäft in geografischer Hinsicht ergänzt und unser Outsourcing-Geschäft stärkt."