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IT-Services

Anwender kontrollieren stärker

Beratung wird transparenter

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Der IT-Consultant verliert den Nimbus, über exklusives Wissen zu verfügen. Die Kunden diskutieren auf Augenhöhe.

Schon seit Jahren verändert sich die IT-Consulting-Branche. Die aktuelle Krise beschleunigt und verstärkt den Prozess lediglich.

Konsolidierung erfasst die Systemintegration

Tomasz Trojanowski/Fotolia
Tomasz Trojanowski/Fotolia
Tomasz Trojanowski/Fotolia
Foto: Tomasz Trojanowski/Fotolia

"Projekte zur Effizienzsteigerung, also solche Vorhaben, in denen es um das klassische Reengineering oder um die Integration von Standardsoftware geht, geraten unter einen enormen Preis- und Margendruck. Hier wird sich die Konsolidierung beschleunigen", erwartet Thomas Balgheim, Geschäftsführer der Münchner Cirquent GmbH. Die deutschen Anwenderunternehmen betreiben seiner Einschätzung zufolge schon sehr schlanke Prozesse im Backend. Neueinführungen von Standardsoftware gebe es kaum noch, denn die meisten Unternehmen hätten bereits ERP-Lösungen installiert. Damit blieben den Beratern nur noch Projekte zum Erneuern und Überarbeiten etwa von SAP-Installationen. Doch solche Aufträge böten deutlich weniger Verdienstmöglichkeiten als Erstinstallationen.

Unter diesen Voraussetzungen wird das Geschäft mit der Systemintegration und Softwareentwicklung zu einem Wettbewerb, in dem nur Skaleneffekte und effiziente Abläufe hohe Gewinne versprechen. Das sind Rahmenbedingungen, die vor allem den großen, global aufgestellten Anbietern zupasskommen. "Je IT-näher die Projekte sind, desto wichtiger sind globale Strukturen", erläutert Matthias Hartmann, verantwortlich für die weltweite Strategie bei IBM Global Business Services. "Ich kenne kein einziges großes Applikationsprojekt, das wir in den vergangenen Jahren nur mit deutschen Mitarbeitern abgeliefert hätten."

Thomas Balgheim, Geschäftsführer von Cirquent: "Projekte zur Effizienzsteigerung geraten unter einen enormen Preis- und Margendruck. Hier wird sich die Konsolidierung beschleunigen."
Thomas Balgheim, Geschäftsführer von Cirquent: "Projekte zur Effizienzsteigerung geraten unter einen enormen Preis- und Margendruck. Hier wird sich die Konsolidierung beschleunigen."
Thomas Balgheim, Geschäftsführer von Cirquent: "Projekte zur Effizienzsteigerung geraten unter einen enormen Preis- und Margendruck. Hier wird sich die Konsolidierung beschleunigen."
Foto: Cirquent GmbH

Neben IBM zählen auch Unternehmen wie Accenture, Hewlett-Packard, Capgemini sowie einige indische Anbieter zu den Firmen, die den globalen Herausforderungen begegnen können. "In einem sich konsolidierenden Markt gewinnen immer die Großen und verlieren immer die mittleren Anbieter. Kleine Dienstleister können sich Hoffnung machen, weil sich in einer solchen Konstellation oft Nischen auftun", schildert Balgheim die Entwicklung. Cirquent, so betont der Manager, habe deshalb beschlossen, sich schrittweise aus diesem Markt für Effizienzprojekte zurückzuziehen.

Wertschöpfende Projekte gewinnen an Bedeutung

Es gibt Segmente, in denen IT-Berater auch im vergangenen Jahr gute Geschäfte gemacht haben. "Wir haben Projekte betrieben, in denen wir etwa für eine Reederei die Transportkosten reduziert und für einen Baumarkt mit einem analytischen Prognose-Tool die Verkaufsbestände optimiert haben, so dass die Lager effizienter bestückt werden können. Dadurch entstehen völlig neue Beratungszweige, die den Kunden schnelle und nachweisbare Erfolge bringen", sagt IBM-Manager Hartmann. Laut den Marktforschern von PAC gab es auch eine recht hohe Nachfrage nach Business-Intelligence-Projekten oder Beratungsleistungen rund um branchenspezifische Themen. Cirquent-Chef Balgheim berichtet von einem Mitte vergangenen Jahres eingetretenen Nachfrageschub nach differenzierenden Vorhaben, um IT in die Produkte und Services der Anwenderunternehmen zu integrieren. "Mehrwert schaffende Projekte sind ein wachsender Markt, der jedoch ganz neue Anforderungen an die Dienstleister stellt", betont der Cirquent-Chef. Hier kommen die Consultants seiner Meinung nach mit Standardmethoden nicht weiter. Differenzierende Projekte verlangen individuelle Ansätze.

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