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Muss guter Rat teuer sein?

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Know-how großer Anbietern

Eine Lanze für die gescholtenen Anbieter bricht Jörg Lennardt, Vizepräsident Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. und Geschäftsführer der Experconsult Gruppe in Dortmund: "Die großen Anbieter verfügen über einen enormen Know-how-Pool, Erfahrung aus weltweiten Projekten und Vergleichsdaten aus anderen Unternehmen und Branchen. Dieses Wissen ist viel wert." Zudem holen sich die Häuser die talentiertesten Absolventen und zahlen hohe Einstiegsgehälter. In Kombination mit dem gesammelten Beraterwissen aus unzähligen globalen Projekten ergibt sich ein Consulting-Paket, das für die Kunden offenbar wertvoll ist und hohe Preise rechtfertigt.

In künftigen Projekten streben die befragten Unternehmen ein stärkeres Controlling der externen Consultants an. Auch die Beraterauswahl wollen sie verbessern, indem sie genauere Informationen einfordern und mehrere Angebote einholen. Quelle: Ifu-Institut
In künftigen Projekten streben die befragten Unternehmen ein stärkeres Controlling der externen Consultants an. Auch die Beraterauswahl wollen sie verbessern, indem sie genauere Informationen einfordern und mehrere Angebote einholen. Quelle: Ifu-Institut
In künftigen Projekten streben die befragten Unternehmen ein stärkeres Controlling der externen Consultants an. Auch die Beraterauswahl wollen sie verbessern, indem sie genauere Informationen einfordern und mehrere Angebote einholen. Quelle: Ifu-Institut
Foto: Ifu-Institut

Lennardts Erfahrung deckt sich zudem nicht mit der Erhebung des Ifu-Insituts, wonach die Anwender die Entscheidung für einen Berater ohne gründliche Vorbereitung fällen. Jeder Beraterauswahl gehe eine Ausschreibung voraus, im Markt für öffentliche Aufträge sei das ohnehin gesetzlich verpflichtend, argumentiert der BDU-Vizepräsident. "So lange der Markt offen ist, lauert der Wettbewerber. Das hält die Beratungsunternehmen zu Qualität und vernünftigen Preisen an." Auch die Kritik an der mangelnden Kontrolle weist er zurück: "Die Beratungshäuser prüfen schon aus Eigeninteresse den Projektfortschritt. Es wäre unprofessionell von den Kunden und Beratern, wenn sie nicht gemeinsam Meilensteine kontrollieren würden. Schlimmstenfalls präsentiert der Berater zum Abschluss ein Ergebnis, das der Kunde gar nicht will."

Ob das Ergebnis auch wirtschaftlichen Erfolg bringt, lässt sich selten genau erheben, räumt Lennardt ein. Die Geschäftsentwicklung hängt von vielen Faktoren ab, so dass sich der Einfluss der Beratungsleistung kaum beziffern lässt. Hier bleibt das Consulting intransparent. Immerhin sorgt die Selbstregulierung des Marktes dafür, dass sich in der Regel Partner auf Augenhöhe finden. Weltweite Beratungseinheiten arbeiten kaum für mittelständische Unternehmen. Umgekehrt betreiben kleine Anbieter selten globale Projekte für weltweite aufgestellte Konzerne.

Ein wenig Transparenz in der Bezahlung der Berater schaffen Benchmark-Spezialisten wie Gartner und Maturity sowie Marktforscher wie Berlecon und Forrester Research mit ihren kostenpflichtigen Vergleichsdaten. Die jüngste Erhebung von Pierre Audoin Consultants (PAC) zeigt beispielsweise, dass die Honorare steigen. Das gilt insbesondere für erfahrene Berater, die in den kommenden Jahren mit Zuwachsraten von vier Prozent und mehr rechnen dürfen. Offensichtlich treibt die starke Nachfrage nach guten Leistungen die Honorare in die Höhe. Die Befürchtung von Consultant-News-Kolumnist James, die Beratungsindustrie werde beliebt, aber auch bedeutungslos, wenn sie die Tagessätze nicht deutlich erhöhe, scheint unbegründet. "Ach übrigens", schließt James seine Kolummne, "ich leiste keinen Schadensersatz, sollte ich mit meinen Ratschlägen total daneben liegen."

Meta-Consulting

Meta-Consultants wie Cardea und das Ifu-Institut sind Berater, die Berater kontrollieren. Sie helfen bei der Auswahl der Anbieter, begleiten die Projekte und kontrollieren die Ergebnisse - und lassen sich diese Dienste natürlich bezahlen. Der Service ist relativ neu und bislang kaum bekannt. Eine Erhebung des Ifu-Instituts unter 124 Unternehmen im Großraum Hamburg ergab beispielsweise, dass nur zwei Prozent der Befragten Meta-Consulting-Dienste in Anspruch nehmen. Deren Anbieter können in einem schwer durchschaubaren Markt Transparenz schaffen, weil sie Stärken und Schwächen vieler Berater kennen. Das erleichtert die Suche nach Spezialisten. Doch es gibt auch Kritik an diesen Diensten. Meta-Consultants kommen in der Regel aus der Beratung und pflegen damit Vorlieben für bestimmte Methoden und Tools. Die decken sich nicht unbedingt mit den Verfahren und Werkzeugen, die die kontrollierten Projektmitarbeiter verwenden. Eine objektive Bewertung des besten Lösungswegs ist oft nicht möglich. Das sorgt für Diskussionen. Letzten Endes muss ohnehin immer der Auftraggeber über Auswahl und Bewertung entscheiden.

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