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Finanzmarktkrise und IT

Kein Grund zur Sorge. Oder doch?

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von Joachim Benner (Research Analyst bei IDC)
Die Weltwirtschaft laboriert nach wie vor an den Folgen der Immobilienkrise in den USA. Das wird nicht ohne Auswirkung auf den deutschen IT-Markt bleiben.

Das Platzen der "Old-Economy-Blase" hat zu Verwerfungen in den internationalen Finanzmärkten geführt. Diese Entwicklung ist bedenklicher als die Folgen der Krise nach dem Ende der New-Economy-Ära. Doch in beiden Fällen sind die Ursachen dieselben: überzogene Erwartungen, unüberschaubare Risiken und die Hoffnung auf den schnellen Erfolg. Letztlich kam es wie es kommen musste - beide Blasen platzten. 2001 mündete das plötzliche Ende der New-Economy in eine deutliche Rezession. Die Folgen der derzeitigen Immobilienmarktkrise sind bis dato in Deutschland noch nicht in vollem Ausmaß spürbar geworden. Gleichwohl besteht die Gefahr, dass diese Krise einen ungleich höheren Schaden anrichten kann. Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie verletzlich und undurchschaubar das internationale Finanzmarktsystem ist.

Gleichwohl ist die Immobilienkrise noch nicht überstanden. Die deutsche Wirtschaft hat sich zwar bis jetzt als äußerst robust erwiesen, doch allmählich geht auch ihr die Puste aus. Der Schwung, mit dem die deutsche Wirtschaft in das Jahr 2008 gestartet war, dürfte angesichts der belastenden Rahmenbedingungen im weiteren Jahresverlauf abebben. Die wichtigsten internationalen Absatzmärkte der stark exportlastigen deutschen Industrie, allen voran die USA, sind ins Straucheln geraten. Das steigende Zinsniveau erschwert die Kapitalbeschaffung und macht Investitionen weniger rentabel. Hinzu kommen die Schwäche des Dollar, die hohen Rohstoffpreise und insbesondere die von Monat zu Monat auf neue Rekordwerte steigenden Ölpreise. Auch hierdurch ist die Inflationsgefahr beträchtlich gestiegen. Darüber steigen die Löhne in vielen deutschen Branchen.

Vor diesem Hintergrund dürften die Unternehmen in den kommenden Monaten ihre Investitionstätigkeiten spürbar einschränken. Dies wird sich auch auf den IT-Markt niederschlagen. So zeigen aktuelle Stimmungsindikatoren eine Abkühlung auf den IT-Märkten an. Dies belegt auch IDCs Branchen-IT-Index. In diesen Indikator fließen sowohl makroökonomische als auch IT-spezifische Kenngrößen ein. Er ermöglicht auf einen Blick eine erste Einschätzung der Branchenattraktivität und deren Perspektiven. Der IT-Index bewertet Branchen im Vergleich zueinander und zeigt den zeitlichen Verlauf. Für das Jahr 2008 lässt er eine Abkühlung des IT-Marktumfelds erwarten.

Gleichwohl liegt der Index noch auf einem vergleichsweise hohem Niveau und nicht in allen Branchen gibt es trübe Aussichten. Die gestiegenen Steuereinnahmen und die verbesserte Haushaltslage der öffentlichen Hand werden dazu führen, dass gerade der öffentlichen Sektor verstärkt in IT investiert. Im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung erhöhen Behörden und Kommunen ihre IT-Ausgaben.

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