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Cloud Computing

Gartner-Prognose

Cloud Computing wird so umwälzend wie E-Business

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von Thomas Cloer (Computerwoche-Redakteur)
Aus Sicht des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Gartner wird das sogenannte Cloud Computing das Geschäftsleben in ähnlicher Weise revolutionieren wie das E-Business in der Vergangenheit.

Die derzeit rund um den Begriff Cloud Computing kursierenden Verwirrungen und Widersprüche spiegeln aus Sicht der Auguren das Potenzial wieder, das Cloud Computing dazu hat, den Status Quo im IT-Markt zu verändern.

Gartner definiert Cloud Computing als die Bereitstellung massiv skalierbarer IT-verwandter Fähigkeiten als Service an verschiedene externe Kunden mittels Internet-Techniken.

Sun network.com: Rechenleistung in der Cloud.
Sun network.com: Rechenleistung in der Cloud.
Sun network.com: Rechenleistung in der Cloud.

"Seit 15 Jahren gibt es einen wachsenden Trend in Richtung IT-Industrialisierung, nachdem mittels Hardware, Software und Menschen gelieferte IT-Dienstleistungen immer wiederholbarer und für immer mehr Kunden und Service-Anbieter nutzbar wurden", sagt Daryl Plummer, Managing Vice President und Fellow bei Gartner. "Das liegt zum Teil daran, dass Techniken alltäglich und standardisiert werden, zum Teil an Virtualisierung und dem Aufkommen Service-orientierter Software-Architekturen, vor allem aber an der dramatisch gestiegenen Popularität des Internets."

Diese drei Trends zusammengenommen ergeben aus Sicht des Gartner-Experten die Grundlage für eine grundsätzlich veränderte Beziehung zwischen Abnehmern und Anbietern von IT-Services. Die Kunden könnten sich darauf konzentrieren, was ihnen ein Service bringt, statt sich um Implementierung oder Hosting zu scheren. Für solche Angebote habe es schon in der Vergangenheit unterschiedliche Bezeichnungen gegeben - etwa Utility Computing, Software-as-a-Service (SaaS) oder Application Service Provider (ASP) -, doch keine davon habe sich als zentrale Begrifflichkeit für die globale Bereitstellung IT-bezogener Dienste durchsetzen können.

Salesforce.com: CRM und Plattform in der Cloud.
Salesforce.com: CRM und Plattform in der Cloud.
Salesforce.com: CRM und Plattform in der Cloud.

Aus der Cloud heraus lassen sich laut Gartner unterschiedlichste Typen von IT-Services bereitstellen. Compute Facilities etwa ermöglichen es dem Anwender, Rechenleistung (CPU-Zyklen) zu nutzen, ohne dafür eigene Computer anschaffen zu müssen. Storage Services erlauben es, Daten und Dokumente zu speichern, ohne ständig wachsende Farmen von Speichernetzen und Servern vorzuhalten. SaaS-Firmen bieten über ihre für mehrere Kunden (multi-tenant) angebotenen Systeme CRM-Dienste an, über die Unternehmen ihre Kundenbeziehungen verwalten können, ohne dafür Software zu kaufen. Und das, so Gartner, sei nur der Anfang: Das Spektrum der Angebote für Firmen und Verbraucher wachse rasant.

"Der Fokus hat sich von den Infrastruktur-Implementierungen wegbewegt zu den Services, die darauf angeboten werden können", erläutert David Mitchell Smith, Vice President und Fellow bei Gartner. "Auch wenn sich viele Firmen darüber streiten werden, wie die Cloud-Dienste denn nun implementiert werden: ihren Erfolg wird man letztlich daran messen können, wie diese Dienste sich nutzen lassen und ob das neue Geschäftschancen eröffnet."

Flickr: Fotos speichern in der Cloud.
Flickr: Fotos speichern in der Cloud.
Flickr: Fotos speichern in der Cloud.

Gartner erwartet jedenfalls, dass Cloud Computing erhebliche Auswirkungen auf die IT-Branche haben wird. Die etablierten Anbieter hätten eine starke Präsenz in traditionellen Softwaremärkten; dies könne sich erheblich ändern, jetzt wo neue "Web-2.0"- und Cloud-Geschäftsmodelle entstünden und sich über die Consumer-Märkte hinaus ausbreiteten. "Die Anbieter befinden sich in sehr unterschiedlichen Reifestadien", sagt David Carley, Vice President und Fellow bei Gartner. "Aus technischer und Community-Perspektive sind die auf Endkunden fokussierten Hersteller am weitesten damit, was Gartner als 'Cloud/Web-Plattform' bezeichnet; dafür haben die Business-orientierten Anbieter reichhaltige Dienste für Unternehmen und sind teilweise versiert darin, diese auch zu verkaufen."

Als mächtiges und umsatzbringendes Instrument für potenzielle Cloud-Anbieter wertet Gartner darüber hinaus das Branding. Als Beispiel hierfür führen die Auguren Wal-Mart an als ein Unternehmen mit zwei "Marken" - eine bei Verbrauchern mit niedrigen Preisen, die andere aber in der Unternehmenswelt für Lieferketten-Expertise, die wiederum die Grundlage für das endkunden-gerichtete Brand bildet.

Mozy/EMC: Daten sichern in der Cloud.
Mozy/EMC: Daten sichern in der Cloud.
Mozy/EMC: Daten sichern in der Cloud.

"Unternehmen stecken Milliarden von Dollar in den Aufbau ihrer Kernkompetenzen, und ein Gutteil davon fließt in die IT", sagt Gartner-Mann Smith. "Würden sie ihre IT-Infrastrukur als Basis für IT-Serviceangebote nutzen, könnten sie sich an zwei Fronten profilieren und mehr umsetzen - so wie Amazon.com das mit seiner Technik getan hat."

Freilich sei, das räumt auch Gartner ein, Cloud Computing ein noch in der Entwicklung befindliches Konzept, das noch "viele Jahre" brauchen werde, um reifen. Wert legen die Experten auch auf die Feststellung, dass das Cloud-Computing-Modell nicht einfach die "nächste Generation des Internets" darstelle.

"Wenn Unternehmen die Schwelle vom Internet als Kommunikationskanal und der bewussten Lieferung von Service über das Internet überschreiten, dann bewegen wir uns wirklich in Richtung einer Ökonomie, die darauf basiert, das alles und jedes von Storage über Rechenleistung und Video bis hin zum Rechnungswesen zu beziehen ist", schließt Plummer.

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