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Microsoft zieht Großauftrag für Windows Mobile 5.0 an Land

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US-Behörde für Bevölkerungsstatistik bestellt mehr als 500.000 Geräte mit dem mobilen Betriebssystem.

Presseberichten zufolge will Microsoft noch heute bekannt geben, dass das U.S. Census Bureau Smartphones mit |Windows Mobile| 5.0 für seine Volkszählung im Jahr 2010 einsetzen wird. Genutzt werden sollen Geräte vom taiwanischen Hersteller HTC, der hierzulande auch O2, Vodafone und T-Mobile beliefert. Sie dienen lediglich dazu, die Informationen vor Ort zu erfassen. Funktionen wie Mobiltelefonie oder E-Mail-Versand sind nach Auskunft eines Sprechers der Behörde nicht geplant. Die zwischen 2007 und 2009 ausgelieferten Geräte sollen auch nicht die derzeit von Mitarbeitern genutzten Blackberrys ersetzen.

Aussagen wie diese hielten Microsoft jedoch nicht ab, den Auftrag als Erfolg gegenüber dem Konkurrenten Research in Motion (RIM) mit seinem Blackberry zu feiern - obwohl der gar nicht an der Ausschreibung teilgenommen hatte. "Bislang hatte Blackberry den Markt für sich allein", sagte Peter Knook, Chef der Windows-Mobile-Division bei Microsoft, gegenüber der Agentur "Bloomberg". "Die Landschaft hat sich verändert." Knook schätzt, dass sich der Absatz von tragbaren Geräten mit Windows-Betriebssystem im nächsten Jahr auf 20 Millionen Stück verdoppeln wird. Auf der Einnahmenseite würden sie allerdings nur einen Bruchteil zu den knapp 40 Milliarden Dollar Jahresumsatz von Microsoft beitragen. Immerhin geht die Gates-Company davon aus, dass die Verkaufserlöse der Mobile-Sparte in ein bis drei Jahren auf eine Milliarde Dollar ansteigen werden. Das wären etwa drei mal so viel Umsatz wie die 337 Millionen Dollar im Vorjahr. Inwieweit der Vertrag mit der Statistikbehörde dazu beiträgt, kommentierte Microsoft nicht.

Der weltgrößte Softwarekonzern hatte bereits vor fünf Jahren damit begonnen, den Markt für Smartphones und Taschen-PCs mit einem mobilen Betriebssystem zu beackern. Nach einigen Verzögerungen und Problemen bietet inzwischen eine ganze Reihe von Herstellern, darunter Motorola, Hewlett-Packard, Fujitsu-Siemens und sogar der Rivale und Taschen-PC-Pionier Palm Geräte mit Microsofts Betriebssystem an. Mit Version 5.0 von Windows Mobile sieht sich Microsoft nun in der Position, am Thron von Blackberry zu rütteln. Das vor kurzem erschienene Messaging und Security Feature Pack (MSFP) ermöglicht den E-Mail-Dienst "Direct Push". Bislang war der automatischen Versand und Empfang von E-Mails und andere Daten bei mobilen Endgeräten die fast ausschließliche Domäne des Blackberry-Herstellers.

Die Marktforscher von IDC bezweifeln allerdings, dass Microsoft auf absehbare Zeit die Dominanz der Kanadier in diesem Bereich brechen kann. Selbst wenn sich - was die Analysten erwarten - der Absatz von Smartphones mit Windows-Betriebssystem in diesem und dem nächsten Jahr jeweils verdoppelt, käme die Software nur auf einen Anteil von 13 Prozent am Gesamtmarkt, so IDC.

Andere Analysten sind für Microsoft optimistischer. Der Versand von E-Mails an Windows-Handys koste weniger, erklärt Forrester-Analystin Ellen Daley. Gleichzeitig würden die Geräte mehr Features aufweisen. Daley schätzt, dass gegenwärtig rund fünf Prozent der mobilen Highend-Smartphones in großen US-Unternehmen mit Microsoft-Betriebssystem laufen. Bis 2010 könne der Anteil auf 60 Prozent ansteigen, wobei der Zuwachs auf Kosten von RIMs Blackberry erfolge. Dessen Marktanteil soll gegenwärtig bei 80 Prozent liegen. (mb)


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