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Studie von Disruptive Analysis

Mobile VoIP-Nutzer: Von Null auf 250 Millionen bis 2012?

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Nach Schätzungen der Marktforscher von Disruptive Analysis wird mobiles VoIP der WLAN-Telefonie mittelfristig den Rang ablaufen.

Disruptive Analysis prognostiziert in einer neuen Studie, dass die Anzahl der Nutzer von VoIP over 3G (VoIPo3G) in den nächsten fünf Jahren von praktisch null auf über 250 Millionen klettern wird. Diese Hausmarke würde problemlos die erwartete Menge von Anwendern übersteigen, die bis 2012 im Rahmen der Konvergenz von Festnetz und Mobilfunknetz sogenannte Dual-Mode-Handys verwenden sollen.

Für die zunehmende Nutzung von Voice over IP in mobilen Netzen sind laut Disruptive Analysis weitgehend die Carrier selbst verantwortlich. Sie ziehe es vor allem zu VoIP over 3G, weil sie damit mehr Anrufe in ihr enges Frequenzspektrum unterbringen, die Betriebskosten durch ein gemeinsames Core Network für Mobilfunk und Festnetz senken sowie neue Dienste wie Push-to-Talk anbieten könnten, so die Erklärung. VoIPo3G passe zudem gut in die Bewegung in Richtung Femtocells. Den Mobilfunkbetreibern spielt dabei die Technik den Ball zu, da künftige Generationen wie LTE (Long Term Evolution), UMB (Ultra Mobile Broadband) oder Wimax ohnehin IP-basiert sind. Wollten die Carrier nicht parallel separate Sprachnetze betreiben, kämen sie demnach ab einem bestimmten Punkt an einem Wechsel auf VoIP nicht vorbei.

Probleme bereite jedoch der Übergang, da die neuen Funktechniken noch drei bis fünf Jahre vor der flächendeckenden Einführung entfernt seien. Entsprechend gravierende Veränderungen stünden auch bei den Geschäftsmodellen der Carrier an. Aktuell nutzen bereits einige unabhängige VoIP-Anbieter wie Fring die Tatsache, dass bereits heutige 3G-Netze VoIP-Telefonate (mangels Quality of Service) mehr oder weniger gut unterstützen, indem sie spezielle Software für Smartphones anbieten und aus Daten-Flatrates sowie Features wie ein in Smartphones integrierter SIP-Client ein Geschäft aufbauen. Den Netzbetreibern ist diese Entwicklung allerdings ein Dorn im Auge. Aus Furcht vor Umsatzeinbrüchen bei ihren kostbaren Sprachminuten untersagen sie vielfach den mobilen VoIP-Einsatz in ihren Netzen oder versuchen, spezielle VoIP-Rufnummern zu blockieren (Truphone). Gleichzeitig gibt es jedoch einen wachsenden Trend der Carrier, 3G-Modems für PCs zu vermarkten – nicht nur zur Internet-Anbindung für Notebooks im Außeneinsatz, sondern als Konkurrenz zu heimische DSL- und Kabelangebote. Dabei erwarteten insbesondere Notebook-Nutzer, dass ihre herkömmlichen Internet-basierenden Dienste auch über 3G funktionieren, einschließlich Sprachanwendungen wie Skype. Einige Betreiber bieten Kunden mit drahtloser Breitbandverbindung sogar ihre eigene VoIP-Software an. Als Endresultat schätzt Disruptive Analysis, dass bis 2012 die meisten VoIPo3G-Nutzer die von Carriern offerierten Angebote einsetzen. Lediglich eine Minderheit von rund 60 Millionen Usern weltweit werde unabhängige oder Internet-basierende Lösungen nutzen – von denen viele wiederum in Zusammenarbeit mit Carriern angeboten werden. (mb)


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