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Boom trotz Krise

Amazon.com steigert Umsatz und Gewinn kräftig

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Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com trotzt der Krise vorerst weiter mit kräftig steigenden Gewinnen. Auch die Einnahmen legten zu.

Der US-Konzern Amazon verdiente im ersten Quartal 177 Millionen Dollar (136 Millionen Euro) und damit fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um 18 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. "Unser Geschäftsmodell hat gut funktioniert", sagte Ralf Kleber, Deutschland-Chef von Amazon, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Durch den stetigen Ausbau des Angebots, günstige Preisen und kostenlosen Lieferungen will sich das Unternehmen auch weiterhin gegen die Konkurrenz behaupten.

Besonders mit dem Gewinn im ersten Quartal übertraf Amazon die Erwartungen der Analysten deutlich. "Es ist unglaublich, dass ein Händler bei dieser bedeutsamem Rezession ein Wachstum von 18 Prozent ausweisen kann", sagte Fred Moran, Analyst bei der New Yorker Benchmark Co. der Nachrichtenagentur "Bloomberg". "Wir können gar nicht sagen, ob wir mehr von der Krise oder vom Aufschwung profitieren", sagte Kleber. Nach Schätzungen der Marktforschung Forrester Research wird der Online-Handel allein in den USA in diesem Jahr um elf Prozent auf einen Absatz von insgesamt 156,1 Milliarden Dollar steigen.

Große Hoffnungen setzt Amazon-Chef Jeff Bezos auf elektronische Bücher und die gerade in den USA gestartete zweite Generation seines E-Book-Lesegeräts Kindle (E-Book-Reader im Vergleich). Die Verkäufe hätten "die optimistischsten Erwartungen übertroffen", so Bezos. Zahlen nennt Amazon bisher nicht, erste Schätzungen gehen von rund 300.000 verkauften Geräten aus. In Deutschland ist der Kindle nach wie vor nicht zu haben.

Auch der Marktstart des Kindle in Deutschland werde für Amazon keine "Schnell-schnell-Initiative" werden, sagte Kleber. Entsprechend der Firmenpolitik wolle Amazon das Gerät zugeschnitten auf die Kundenwünsche mit der richtigen Ausstattung, dem richtigen Preis und der optimalen Technik anbieten. In den USA bietet das Unternehmen seit kurzen die inzwischen rund 270.000 verfügbaren Titel auch zur optimierten Nutzung auf Apples iPhone an.

Außerhalb der USA macht Amazon 47 Prozent seines Umsatzes. Im vergangenen Jahr 2008 entfielen mehr als zehn Prozent des Umsatzes (19,2 Milliarden US-Dollar) auf das Geschäft in Deutschland. Im abgeschlossenen Quartal legte das internationale Geschäft (Großbritannien, Deutschland, Japan, Frankreich und China) um 15 Prozent auf 2,31 Milliarden zu, währungsbereinigt sogar um 28 Prozent - und ist damit weiter stärker als im US-Markt (Nordamerika und Kanada), der einen Zuwachs um 21 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar verzeichnete.

Für das laufende zweite Quartal warnte Amazon allerdings vor einem deutlich sinkenden operativen Ergebnis, bedingt auch durch einen im Vorjahr erzielten Einmalgewinn. Der Verkauf des Video-DVD-Geschäfts hatte das Ergebnis um 53 Millionen Dollar beeinflusst. Der Betriebsgewinn könne im schlechtesten Fall um die Hälfte einbrechen. Der Umsatz werde aber um bis zu 17 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar steigen, hieß es. Das zweite Quartal sei für Amazon traditionell immer das etwas schwächere Quartal gewesen, sagte Kleber. "Wir werden aber immer noch genügend Möglichkeiten haben, Wachstum zu generieren." Die Aktie legte nachbörslich zu. (dpa/ajf)


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