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VoIP & TK
Größter Firmenkauf durch Finanzinvestoren

BCE-Übernahme gerettet

07.07.2008 um 09:49 Uhr
Der bisher teuerste Firmenkauf durch Finanzinvestoren - die Übernahme des größten kanadischen Telekomkonzerns BCE - ist nach langem Ringen doch noch gesichert.

Die Rettung des Riesendeals mit einem Gesamtwert von rund 52 Milliarden Dollar (umgerechnet 33 Milliarden Euro) ist ein wichtiges Signal dafür, dass auch in der Finanzmarktkrise noch große kreditfinanzierte Übernahme möglich sind. Allerdings soll das Geschäft nun erst im Dezember abgeschlossen werden und der Konzern werde bis dahin keine Dividende zahlen, wie BCE am Freitag mitteilte. Medienberichten zufolge mussten die Investoren zähe Verhandlungen mit den Banken führen, die mehr als 30 Milliarden Dollar an Krediten bereitstellen.

Die finanzierenden Banken unter Führung der Citigroup und der Deutschen Bank hätten zuletzt einen niedrigeren Kaufpreis gefordert, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag. Der Verzicht auf die Dividendenzahlungen, durch den BCE etwa 900 Millionen Dollar behalten könne, sei am Ende entscheidend für die Zustimmung der Banken gewesen. Außerdem hofften sie, dass sich die Marktbedingungen bis Dezember verbessern und sie die Schulden von BCE weiterverkaufen können, hieß es. Im Juni war bereits berichtet worden, die Banken hätten bessere Konditionen für sich verlangt.

BCE ist als Bell Canada seit mehr als 100 Jahren aktiv und verfügt über ein riesiges Festleitungs- und Mobilfunknetz im ganzen Land. Die Übernahme war bereits vor rund einem Jahr angekündigt worden. Mit Einberechnung von Schulden und Zusatzkosten wird das Geschäft mit 52 Milliarden Dollar bewertet. Das Käuferkonsortium wird angeführt von Investor Providence Equity Partners und dem Lehrer-Pensionsfonds Ontario's Teachers Pension Plan.

Mit der weltweiten Finanzmarktkrise war im vergangenen Sommer eine durch immer höhere Milliardenkredite finanzierte Übernahmewelle abrupt zum Erliegen gekommen. Eine Reihe von Finanzinvestoren ließ anschließend bereits vereinbarte Geschäfte platzen oder drängte auf niedrigere Kaufpreise. Nach Berechnungen von Marktbeobachtern scheiterte etwa jede fünfte im Jahr 2007 angekündigte Übernahme durch Finanzinvestoren. (dpa/tc)


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