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Etikettenschwindel

Experiment "Mojave" soll Vista-Image aufpolieren

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von pte pte
Microsoft hat im Juli dieses Jahres in San Francisco Usern ohne Erfahrung mit Windows Vista einen Blick auf ein angeblich neues Betriebssystem namens "Mojave" ermöglicht.

In Wirklichkeit aber wurde den Nutzern Vista vorgesetzt. "Das war ein wahrnehmungspsychologisches Experiment", meint Microsoft-Sprecher Thomas Lutz gegenüber pressetext. Die User sollten das Betriebssystem bewerten, ohne durch die mediale Berichterstattung zu Vista voreingenommen zu sein. Die Reaktionen waren Microsoft zufolge auffallend positiv. Ab heute werden die Ergebnisse des Experiments auf der Webseite "Mojaveexperiment.com" gezeigt.

"Mojave" ist Vista, bekommt aber bessere Noten.

"Das Experiment spricht für sich selbst", ist Lutz überzeugt. Beispielsweise gibt Microsoft an, dass die 140 Teilnehmer Vista vorab im Mittel mit nur 4,4 von maximal zehn Punkten bewertet hätten. Das angebliche Mojave dagegen wurde nach dem Test im Schnitt mit der Note 8,5 bewertet. Für das Unternehmen ist klar, was die weitgehend positive Reaktion der Tester bedeutet. Dass es auch Skeptiker gab, wird nicht geleugnet. "Windows Vista ist besser als sein Ruf", bringt es Lutz auf den Punkt. Das sei durch die Wahrnehmung der Probanden ohne den Einfluss der fallweise übertrieben negativen öffentlichen Darstellung von Vista nachgewiesen. Für das Negativ-Image von Vista sei Lutz zufolge unter anderem verantwortlich, dass Geschwindigkeits- oder Stabilitätsprobleme, die durch Anwendungen bedingt sind, auf das Betriebssystem abgeschoben werden. "Dabei bootet Vista bei einer sauberen Installation schneller als jeder Mac", gibt sich der Microsoft-Sprecher überzeugt.

Die Präsentation des Mojave-Experiments auf einer eigenen Webseite ist eine Marketing-Maßnahme, um die für das Unternehmen erfreulichen Ergebnisse zur Image-Korrektur für Vista zu nutzen. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, immerhin wurde Vista speziell im Unternehmensbereich in der Vorwoche von einer Forrester-Studie klar negativ bewertet. Wie schon Lutz hat inzwischen auch Chris Flores, Director Windows Client Communications, die Studie mit Verweis auf die Erneuerungszyklen im Unternehmensbereich zurückgewiesen. Er betont weiter, dass ein anderer Forrester-Analyst sich erst im Mai für eine Vista-Migration in Unternehmen ausgesprochen hatte, während die aktuelle Studie nun zu einem Überdenken rät. Daher bezeichnet Flores das Marktforschungsinstitut Forrester als "schizophren" im Bezug auf Vista. (pte)


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