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Datenbanken

Cheetah 2 rückt Oracle auf den Pelz

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Die jetzt offiziell vorgestellte Version 11.5 der OLTP-starken Datenbank "Informix Dynamic Server" (IDS) von IBM enthält nun vollwertige Cluster-Funktionalität.

Informix-Anwender sind ihrem Datenbanksystem auch unter IBM-Ägide treu geblieben. Über 100.000 Kunden jeder Größenordnung zählte man bei der Übernahme im Jahr 2001, ebensoviel nennt IBM jetzt mit der Ankündigung von IDS 11.5 (Codename: Cheetah 2). Vor allem Handelsketten mit großem Filialnetz und Telkos scheinen die Eigenschaften der Datenbank zu schätzen, als da sind: hochvolumiges und hochperformantes Online Transaction Processing (OLTP), vielseitige Verwendbarkeit von der Handy- bis zur geschäftskritischen Anwendung sowie einfache Installation und Administration. IBM selbst gibt an, bei einigen Händlern einen Durchschnitt ermittelt zu haben, wonach ein Administrator bis zu 2000 Datenbanken verwalten kann.

Ein wichtiges Feature fehlte IDS bislang allerdings und wurde nun nachgereicht. So beschränkte sich die Cluster-Fähigkeit der Datenbank darauf, dass neben dem "Primary Server", auf dem die Anwender arbeiten, ein "Secondary Server" als Standby-System aufgesetzt wurde, dieser jedoch nur einen Read-only-Betrieb erlaubte. Zur Replikation steht unter anderem das IDS-Tool "Hot Standby Data Replication" (HDR) zur Verfügung. Mit Cheetah 2 ist auf den Sekundärsystemen nun auch ein Schreib-Modus möglich, den IBM zusammen mit der Primärknoten-Synchronisation "Redirected Writes" nennt. Ein "Connection Manager" übernimmt das Monitoring der Server und leitet die Anfragen der Client-Applikationen an den jeweils am besten geeigneten Knoten im IDS-Cluster weiter. Die so erreichte Konstellation weitgehend gleichberechtigter Knoten rückt IDS in die Nähe von Oracles Grid-Computing mit Real Application Cluster (RAC).

Die aus Redirected Writes in der Praxis resultierenden Vorteile liegen auf der Hand. Fällt zum Beispiel der primäre Server aus, konnte die Umstellung auf das bislang nur lesende Standby-System physikalisch nicht unterbrechungsfrei erfolgen. Ein solcher, wenn auch seltener und nur wenige Minuten dauernde Totalausfall ist in großen OLTP-Umgebungen mit mehreren tausend Datenbanknutzern kaum vertretbar. Aus Sicht von Henri Cujass, Senior Consultant bei der auf Informix-Installationen spezialisierten Leolo IT & Media Consulting GmbH in Glonn bei München, war dies bisher der einzige wirkliche Nachteil im Vergleich zur Oracle-Datenbank. Für Cujass ist Redirected Writes das wesentliche und von Anwendern auch schon seit längerem gewünschte Feature der neuen IDS-Version. Nach anfänglichen Unsicherheiten, wie IBM zur Datenbank stehe, beweise der Hersteller nun nachhaltig, dass IDS als strategisches Produkt im IBM-Portfolio weiterentwickelt werde. (ue)


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