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Software Infrastruktur
Code-Quality-Management

T-Home findet Ausweg aus der Wartungsfalle

24.04.2008
Die Festnetzsparte der Deutschen Telekom AG hat die Wartungskosten ihrer vielfältigen Anwendungslandschaft über ein konsequentes Code-Quality-Management (CQM) auf Basis der "CAST Application Delivery Governance Platform" gesenkt.

Über den gesamten Lebenszyklus einer Applikation wird ein großer Teil des Budgets für Softwareentwicklung in die Wartung des Programms investiert. Ein anderer Erfahrungswert besagt, dass knapp die Hälfte des Aufwands für Entwicklung und Wartung auf den Bereich des technischen Verständnisses einer Anwendung entfällt. Die Wartungskosten und deren Entwicklung in den Folgejahren stehen also in einem direkten Verhältnis zur Codequalität einer Applikation. Dieses Problem verschärft sich mit der fortschreitenden Komplexität von IT-Systemen. Hinzu kommt, dass häufig wechselnde fachliche Vorgaben hohe Anforderungen an die Änderbarkeit und Flexibilität der vorhandenen beziehungsweise neuen Anwendungen stellen. Entsprechend groß ist die Aufgabe des IT-Managements, wenn es die Wartbarkeit der Software trotz mangelnder Transparenz beurteilen soll.

T-Home betreut im Rahmen des Test-Managements vielfältige Applikationen, die überwiegend von externen Systemintegratoren entwickelt, modifiziert und gewartet werden. 2005 hat das Unternehmen ein Code-Quality-Management (CQM) für alle Technologiesparten wie Mainframe, Client-Server und die Individualprogrammierung der Standardsysteme wie SAP Abap und Siebel eScript etabliert.

Einheitliches Vorgehen

Die linke Seite zeigt einen Ausschnitt der unterstützten Technologien. Diese werden semantisch zerlegt, anhand eines spezifischen Metamodells verknüpft, mit Qualitätskriterien angereichert und in der Application Knowledge Base abgelegt. Rechts die Darstellung der ermittelten Qualitätskennzahlen (KPIs) auf Basis von ISO 9126 und Unternehmensportfolio.
Die linke Seite zeigt einen Ausschnitt der unterstützten Technologien. Diese werden semantisch zerlegt, anhand eines spezifischen Metamodells verknüpft, mit Qualitätskriterien angereichert und in der Application Knowledge Base abgelegt. Rechts die Darstellung der ermittelten Qualitätskennzahlen (KPIs) auf Basis von ISO 9126 und Unternehmensportfolio.

Schon in den Jahren zuvor wurden in einzelnen Bereichen Codequalität und Wartbarkeit verbessert, jedoch beruhten die eingesetzten Lösungen auf unterschiedlichen Verfahren, diversen Prozessen und individuellen Ergebnisdarstellungen. Vergleiche auf Basis von Lieferanten, Systemen oder Applikationen waren damit kaum möglich. Ein einheitliches Vorgehen, standardisierte Richtlinien für das gesamte Unternehmen sowie vertragliche Vereinbarungen mit den Lieferanten zur technischen Qualität lagen nicht vor.

Deshalb wurde im Jahr 2005 die "CAST Application Delivery Governance Platform" zur Analyse und Bewertung von 40 Kernapplikationen eingeführt. Das Test-Management erhielt damit eine homogene Sicht auf einen Teil der Systemlandschaft von T-Home. Die wesentlichen Aspekte des Projekts bestanden darin, die Codeanalysen über einheitliche Metriken, ein standardisiertes, ISO-9126-basierendes Qualitätsmodell und einen uniformierten zentralen Prozess zu gestalten. Die Ergebnisse waren damit applikationsübergreifend vergleichbar, und auch die Qualitätsansprüche konnten vereinheitlicht werden. Erstmalig lagen eine umfassende Komplexitäts- und Wartbarkeitsbewertung und deren zeitliche Entwicklung für das betrachtete Anwendungsportfolio vor. Key-Performance-Indikatoren (KPIs) zu Volumen und Qualität geben dem Test-Management seitdem klare Eckdaten über den Zustand der Applikationen und helfen bei der Festlegung und Priorisierung von Maßnahmen zur Kostenreduktion bezüglich der Wartung und Weiterentwicklung.

Die Einführungsphase diente dazu, das Qualitätsmodell auf die spezifischen Belange von T-Home abzustimmen und gleichzeitig Lieferanten und interne Verantwortungsträger mit den neuen Kenngrößen vertraut zu machen. Die Rückmeldungen aus diesen Maßnahmen flossen wiederum in die Definitionen der Kenngrößen ein. Diese KPIs schnell in den Idealzustand zu heben stand hierbei nicht im Vordergrund. Es galt vielmehr in Bezug auf die vorhandenen Applikationen, den aktuellen Status zu konservieren, grobe Verletzungen schnell zu beheben und für zukünftige Weiterentwicklungen Qualitätssteigerungen mit den Entwicklungspartnern zu vereinbaren.



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