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Second Life - wann eine Präsenz sich lohnt

02.05.2007
Autor(en): Bernd Schmitz, Dozent für Multimedia an der RFH Köln im Studiengang Medienwirtschaft. Er hält Veranstaltungen nicht nur über, sondern auch in Second Life ab.
Der Hype um die virtuelle 3D-Welt stellt viele Unternehmen vor die Frage, ob sie selbst dort einziehen sollen. Ohne klares Konzept kann dabei viel Geld verloren gehen.

Das "Metaversum" Second Life (SL) gilt als eine der meistdiskutierten Erscheinungen des Web 2.0. Fast keine Zeitung, fast kein Radio- oder Fernsehsender, der sich dieser virtuellen Welt nicht gewidmet hätte. Die Palette der Ansichten ist entsprechend breit gefächert, reicht von der Lobeshymne auf kreatives Potenzial bis hin zur Bescheinigung von Suchtgefahren. Nach Angaben des Betreibers, des kalifornischen Unternehmens Linden Labs, sind derzeit über fünf Millionen User registriert und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Auch wenn vom großen Hype angelockte Unternehmen erste Enttäuschungen vermelden, steigt die Zahl der Benutzer stetig an.

Angesichts des Rummels um Second Life fühlen sich viele gar in die Aufbruchstimmung des frühen Web zurückversetzt. Einige neue virtuelle Präsenzen realer Unternehmen erinnern allerdings tatsächlich an Fehler, die in den 90er Jahren häufig gemacht wurden. Viele Firmen-Homepages waren damals eine Eins-zu-eins-Übertragung der letzten gedruckten Imagebroschüre, die Möglichkeiten einer Online-Version wurden weitgehend ignoriert. Ähnliche Ansätze sind bei langweiligen Second-Life-Dependancen zu beobachten, die einfach aus dem klassischen Internet-Auftritt übertragen werden und keinen 3D-Mehrwert bieten. Im schlimmsten Fall werden die SL-Nutzer per externen Link sogar ins Web geschickt, und der Avatar ist außen vor.



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