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Von Exchange 2007 profitieren vor allem große Firmen

27.11.2006
Das Messaging-System erhält nach vier Jahren wieder ein größeres Update. Microsoft spendiert der künftigen Version einige grundlegende Neuerungen, die besonders bei großen Installationen von Nutzen sind.

Als eine wesentliche Neuerung für den ursprünglich geplanten Nachfolger von Exchange 2003 (Codename "Kodiak") hatte Microsoft den Wechsel des Datenspeichers auf den SQL Server angekündigt. Damit wollte das Unternehmen nicht nur die Parallelentwicklung von zwei Datenbanksystemen beenden, sondern die technischen Vorteile des SQL-Systems für Exchange nutzen. Nachdem Microsoft dieses Vorhaben aufgegeben hatte, sollten einige fortgeschrittene Features des SQL Server auf Basis der weiterhin eingesetzten "Jet"-Datenbank realisiert werden.

Tatsächlich bringen einige Verbesserungen des Datenspeichers erhebliche Fortschritte für das System. Die neue Replikationsfunktion mit der Bezeichnung "Continuous Replication" erlaubt die Einrichtung von Shared-Nothing-Clustern. Bisher mussten sich mehrere Rechner in einem Exchange-Verbund eine Datenbank teilen ("Shared Disk"), was auf Kosten der Ausfallsicherheit ging. Bei Hardwaredefekten stand das gesamte Messaging-System still und war erst nach Wiederherstellung der Datenbank verfügbar. Diese Operation gilt als notorisch fehleranfällig und schwierig.

Die wichtigsten Neuerungen

  • Replikationsfunktion für die Datenbank, die das Einrichten von Shared-Nothing-Clustern ermöglicht;

  • drei zusätzliche Server-Rollen für Sicherheit, Compliance und Unified Messaging;

  • Unterstützung für Fax- und Sprachnachrichten sowie Zugriff auf das Postfach und den Kalender per Telefon;

  • umfangreiches Regelsystem zur Steuerung des Mail-Flusses und der Verwaltung der Mail-Ordner;

  • für den produktiven Einsatz unterstützt Microsoft nur die 64-Bit-Version, für die 32-Bit-Ausführung gibt es keinen Support.


Die Möglichkeit der Datenreplikation lässt es zu, dass eine stets aktuelle Kopie des Speichers angelegt wird, die im Störfall für die Produktivdatenbank einspringen kann. Die Backup-Datenbank lässt sich nicht nur in Clustern einrichten, sondern auch bei Exchange-Installationen auf einem einzelnen Server. Die Kopie des Speichers liegt dort auf einem zusätzlichen Plattenlaufwerk.

Neben der Continous Replication soll eine bessere Portabilität der Datenbank für höhere Verfügbarkeit sorgen. Bisher musste das Speichersystem auf dem gleichen Server wiederhergestellt werden oder auf einer identisch konfigurierten Maschine. Zukünftig kann ein Backup auch auf andere Rechner zurückgespielt werden.

Angesichts der verbesserten Jet-Datenbank sieht Jeff Ressler, Microsoft Director for Exchange, auf absehbare Zeit keine Notwendigkeit für eine Umstellung auf den SQL Server. Auch das Standard-Interface, das dieser mit seiner Abfragesprache biete, werde nicht mehr so dringend benötigt. Im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE wies Ressler darauf hin, dass der Exchange-Speicher zukünftig via Web-Services angesprochen werden könne und daher eine SQL-Schnittstelle nicht mehr so wichtig sei.

Microsoft befindet sich damit in guter Gesellschaft: Die IBM hat das für Notes/Domino 7 angekündigte DB2NSF, mit dem sich DB2 als Alternative zum Notes-eigenen NSF nutzen lässt, bis heute nicht für den produktiven Einsatz freigegeben. Auch die meisten anderen Exchange-Alternativen wie Scalix oder das Carrier-taugliche "Communigate" verzichten auf relationale Datenbanken und bauen auf Speichermethoden, die für Messaging optimiert wurden.



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