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Leistungsprobleme mit dem Betriebssystem

Irreführende Werbung für Vista: Microsoft wollte Intel decken

03.03.2008 um 10:14 Uhr
Vor der offiziellen Freigabe des Betriebssystems wurden leistungsschwache Rechner als Vista-fähig verkauft, die nicht alle Funktionen von Vista nutzen können.

Ein Gericht in Seattle hat jetzt einer Sammelklage von Vista-Käufern zugestimmt, die sich von Microsoft getäuscht fühlen. Sie hatten im Jahr 2006 auf Windows-XP-basierenden Computer gekauft, auf denen bereits der Aufkleber " Windows Vista Capable" prangerte. Beim Umstieg auf Windows Vista mussten sie dann feststellen, dass ihre Rechner weder über genügend Rechenleistung verfügten und sich nur nach langer Wartzeit starten ließen noch alle Funktionen wie etwa die "Aero"-Oberfläche des neuen Betriebssystems unterstützten (Lesen Sie auch die Tipps und Tricks zu Windows Vista in unserem Wiki).

Die Betroffenen fordern Schadensersatz, weil Microsoft den Slogan auch auf Komplettrechnern angebracht habe, die nur die Variante "Home Basic" von Vista unterstützen. Ihrer Meinung nach impliziert die Kennzeichnung eines Rechners als " Windows Vista Capable " aber, dass alle Varianten von Windows Vista auf dem Gerät lauffähig sind. Microsoft argumentiert hingegen, dass dies nur für Rechner mit dem Label "Premium ready" galt und die Kläger die Slogans nach ihrem Gutdünken auslegen würden. (siehe auch ""Nur wenige Kunden mit Vista sehr zufrieden")

Manager bei Microsoft wussten von den Problemen mit der Hardware

Doch das Gericht ist anderer Meinung. Es hat der bereits im März 2007 eingereichten Klage jetzt zugestimmt. Microsoft muss sich nun auf unbequeme Fragen einstellen. So waren im Zusammenhang mit der Prüfung der Klage interne E-Mails aufgetaucht, nach denen hochrangige Manager bei Microsoft um die Hardwareprobleme gewusst hatten. Auch in Unterlagen des Computerbauers Dell ist von Rechnern die Rede, die für Vista nicht entsprechend ausgerüstet waren.

Dennoch senkte Microsoft die Systemanforderungen für Rechner, angeblich weil der Konzern offenbar befürchtete, Chiplieferant Intel könne nciht genügend der für die Nutzerschnittstelle nötigen Chipsätze 945 produzieren und so die Auslieferung des bereits mehrfach verschobenen Betriebssystems weiter verzögern. Stattdessen habe Microsoft Mainboards mit dem leistungsschwächeren Chipsatz 915 vorgeschrieben.
Laut John Kalkman, verantwortlich bei Microsoft für PC-Hersteller, war diese eine Konzession an Intel: "Wir haben die Anforderungen gesenkt, um Intel zu helfen, seine Quartalsvorgaben zu erreichen" . Intel dementiert diese Einschätzung aufs Heftigste, zumal zumal die Herausgabe finanzieller Details nur dann von der Börsenaufsicht erlaubt wird, wenn die Öffentlichkeit ebenfalls informiert wird (siehe auch "Windows Vista verkauft sich schlechter als XP"). (as)



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