Aber auch Anbieter müssen genau rechnen, wenn sie vor der Entscheidung stehen, eine Software künftig nutzungsabhängig zu verkaufen anstatt bisher als Paket: Die Einnahmen für einen zusätzlichen Kunden fallen nicht mehr auf einmal an, sondern verteilen sich auf drei bis vier Jahre. Die dadurch entstehenden Ausfälle kann eigentlich kein Anbieter verkraften, bei börsennotierten Unternehmen würden Analysten eine Umsatz- und Ertragslücke nicht akzeptieren. Also bleibt nur, eine zusätzliche Lösung zu entwickeln, die möglichst wenig vom bisher bestehenden Geschäft kannibalisiert wird, beispielsweise für neue Zielgruppen. Diesen Weg hat die SAP mit ihrem neuen Paket BusinessByDesign eingeschlagen. Obwohl bereits drei Lösungen für annähernd den gesamten Markt existieren, wurde mit der neuen Lösung eine neue Zielgruppe "erfunden" ? nicht zuletzt, um die Börse zu beruhigen. Anders sieht es beispielsweise bei Microsoft aus, das mit Hosting-Angeboten für den Exchange Server in der Regel das eigene Produkt in der On-Premise-Installation angreifen. Allerdings ist das Produktportfolio von Microsoft so groß, dass diese Streckung des Umsatzes einiger weniger Produkte nicht sehr stark ins Gewicht fällt. Problematisch wird es eher für mittelständische Softwareanbieter: Diese haben in einem bestehenden Produktportfolio kaum eine Chance, einen Systemwechsel zur nutzungsabhängigen Zahlung anzubieten.