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SOA & BPM

SOA bei der Deutschen Bank

Klotzen statt Kleckern

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Für den Einstieg in die Service-orientierte Architektur (SOA) wählte die Deutsche Bank einen Kernprozess im Privatkundengeschäft aus. Die Ergebnisse überzeugten das Management.

Die Devise "Start small" passte noch nie so recht zum größten deutschen Geldinstitut. Dass gilt auch für die IT. Obwohl SOA-Protagonisten gebetsmühlenhaft empfehlen, mit kleinen Pilotprojekten in das Thema einzusteigen, nahmen sich die Frankfurter Banker gleich zu Beginn einen dicken Brocken vor: "Mit dem Neukundenprozess adressieren wir einen der Kernprozesse im Privatkundengeschäft, der sich durch eine besondere fachliche und technische Komplexität auszeichnet", erläutert Christian Schmidt, Leiter der Abteilung Cross Business Services in der IT-Organisation des Konzerns.

Ursprünglich ging die SOA-Initiative von der IT aus. Im Jahr 2005 entschieden die Verantwortlichen, sich grundsätzlich mit dem Konzept zu beschäftigen. Dabei stand weniger die idealtypische IT-Architektur im Vordergrund, sondern die Frage, ob SOA der Bank einen wirtschaftlichen Nutzen bringen kann (siehe auch: Wie sich SOA in der Praxis rechnet). Die Antwort war ein klares Ja, so Schmidt. Ausschlaggebend für das weitere Vorgehen sei gewesen, die Vorteile anhand eines konkreten Geschäftsprozesses deutlich zu machen. Daraus entstand das Projekt Orinoco mit dem Ziel, die Geschäftsprozesse für das Anlegen von Neukunden so zu standardisieren, dass eine Automatisierung mittels Workflow und wiederverwendbarer Services möglich wurde. Schmidt: "Mit Orinoco wollten wir zeigen, dass die IT in der Lage ist, die immer volatileren Business-Anforderungen optimal zu erfüllen." Welche Dimension das Vorhaben hatte, belegt die personelle Ausstattung. Rund 45 Mitarbeiter stellte die Deutsche Bank dafür ab, die Hälfte davon stammte nicht aus der IT, sondern aus Fachabteilungen. Zum finanziellen Rahmen möchten die Verantwortlichen keine Angaben machen.

Projekt-Steckbrief

  • Branche: Finanzdienstleister.

  • Projektkategorie: SOA.

  • Kernprodukte: Tibco.

  • Aufwand: 45 Projektmitarbeiter aus IT- und Fachabteilungen.

  • Herausforderungen: komplexer Prozess, technisch komplexe Servicedefinition und -implementierung, Standardisierung von Geschäftsprozessen und Services.

  • Ergebnisse: Standardisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen, kürzere Verarbeitungszeiten im Neukundenprozess, Geringere Time to Market durch wiederverwendbare Services und Prozesse.

  • Zeitrahmen: Mitte 2006 bis August 2008.

  • Involvierte Anbieter/Dienstleister: keine Angaben.



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(1 Beitrag), 
Kommentieren
axelangeli
Nachdem zu Beginn des Jahres 2009 Woche noch der Tod von SOA angestimmt wurde, nun doch ein Erfolgsbericht, und zwar von der wirklich guten Sorte. Die Deutsche Bank greift in die Vollen und stellt einen ganzen Unternehmenssektor auf SOA um. Der Weg, gross einzusteigen ist grundsätzlich richtig. Es stimmt nicht, dass SOA-Protagonisten gebetsmühlenhaft und bedingungslos empfehlen, mit kleinen Pilotprojekten zu starten. Die kleinen Projekte dienen dazu, das Thema attraktiv zu machen. Sollte man in der glücklichen Lage sein wie die Deutsche Bank die Unterstützung und Vertrauen des Vorstandes zu bekommen, ist das natürlich die Wunschumgebung an sich. Piloten dienen wie auch Pilotfilme beim Fernsehen, ein grosses Projekt dem breiten Publikum anschaulich zu machen, mehr nicht. SOA lebt von der Masse, denn die Kosten einer SOA stehen linear zur Anzahl der Verwender, der Gewinn gegenüber klassischer, hybrider IT wächst aber exponentiell. Eine einzelne isolierte SAP Instanz auf SOA umzustellen, bringt nur Kosten, keinen Nutzen; ein Netzwerk von zwanzig interagierenden SAP-Instanzen mit Produktionsanschluss, EDI und eCommerce spart schon mal locker 90% der administrativen Kosten ein; zusätzlich zu dem Gewinn an Agilität, Flexibilität, Nutzerakzeptanz und Sicherheit. zum Beitrag


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