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SOA und Geschäftsprozesse

Software AG beschwört die Ära der Komposition

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Auf der Kundenveranstaltung Business Innovation Forum beschrieb die Software AG das Komponieren von Unternehmensanwendungen aus standardisierten Modulen als Megatrend.

Peter Kürpick, Vorstandsmitglied des Darmstädter Softwareherstellers, unternahm einen Ausflug in die IT-Historie, um die Entwicklung in Richtung einer Service-orientierten Anwendungsentwicklung (SOA) zu verdeutlichen. Nachdem Unternehmen in den 60er und 70er Jahre ihre Kernanwendungen und unterstützende Systeme größtenteils selbst entwickelten, gingen viele in den folgenden zwei Jahrzehnten dazu über, fertige Applikationen einzukaufen. Daraus entstand ein starres System von Anwendungssilos, mit den bekannten Problemen hinsichtlich Integration, Wartung oder Anpassbarkeit. Im Zeitalter der Komposition würden Unternehmen in die Lage versetzt, maßgeschneiderte Anwendungen aus standardisierten Softwaremodulen zusammenzusetzen, so Kürpick. Hier kommen die Themen SOA und Business-Process-Management (BPM) ins Spiel, auf die die Software AG ihre gesamte Wachstumsstrategie gründet.

Die Ära der Komposition bedeute nicht, dass Unternehmen ihre mit hohem finanziellen Aufwand erstellten Anwendungen ausmustern, erläuterte der Manager. Vielmehr gehe es darum, im Sinne einer Anwendungsmodernisierung bewährte Funktionen zu kapseln und diese mit anderen Modulen zu neuen Geschäftsprozessen zu kombinieren.

Der Schlüssel zum Aufbrechen hergebrachter Anwendungssilos liege in der Middleware, argumentierte Karl-Heinz Streibich, CEO der Software AG. Das große Ziel sind nach seiner Einschätzung prozessorientierte IT-Lösungen, die es Unternehmen ermöglichen, schneller und flexibler auf Veränderungen zu reagieren. Die Basis dafür bilde ein SOA-Layer, wie ihn die Software AG mit ihren Webmethods-Produkten offeriere. Streibich verwies auf Studien von Gartner und Forrester Research, die belegten, dass sein Unternehmen in den Marktsegmenten SOA und BPM jeweils zu den führenden Anbietern gehöre.

"SOA ist ein Paradigmenwandel in der IT, wie er nur alle zwei bis drei Jahrzehnte erfolgt", warb der Manager für das Konzept. Anwender würden damit unabhängig von Anbietermonopolen. Im Gegensatz zu den Branchenschwergewichten garantiere die Software AG Neutralität hinsichtlich der Interoperabilität der großen Softwarestacks. Gemeint seien damit die "Big Five", so Streibich, also IBM, Microsoft, SAP, Oracle und Hewlett-Packard.

Angesprochen auf kritische Berichte über gescheiterte Projekte und ein mögliches Ende des SOA-Hypes, reagierte der CEO kämpferisch: "Jede neue Technologie und jeder Paradigmenwandel braucht eine Euphorie-Phase." Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch stelle sich irgendwann Normalität ein. Streibich: "Dann gelten wieder die alten Regeln für das Projekt-Management, für Gesamtkosten- und Rentabilitätsberechnungen."

Pünktlich zu dem mit rund 400 Teilnehmern gut besuchten Kunden-Event meldete die Software AG schließlich auch den "größten Auftrag in der Unternehmensgeschichte". Mit der brasilianischen Staatsbank Banco do Brasil schlossen die Hessen ein Abkommen über die Nutzung und Wartung von Softwareprodukten. Der Vertrag läuft über viereinhalb Jahre und hat den Angaben zufolge ein Nettovolumen von umgerechnet 63,7 Millionen Euro.

Mehr zum Thema SOA und Business-Process-Management im CW-Experten-Blog SOA meets BPM.


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