CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS


Allianz gegen Abzocke

Industrie will E-Mail-Betrug eindämmen

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken | 
Um kriminellen Spammern das Handwerk zu legen, wollen Microsoft und Yahoo sowie die Afrikanische Entwicklungsbank und Western Union den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Behörden forcieren.

Das Glück kommt per E-Mail: Eine Million Dollar, verspricht ein Dr. Smith Walker, habe der Empfänger in der jährlichen Lotterie des Software-Riesen Microsoft gewonnen. Um an das Geld zu gelangen, müsse der Gewinner nur noch schnell eine Bearbeitungsgebühr auf ein ausländisches Konto überweisen. Doch wer mitmacht, verliert: Denn die Mail stammt nicht von Microsoft, sondern von einem Internet- Betrüger. Und das Geld ist weg.

Eine typische Spam-Mail
Eine typische Spam-Mail

Gefälschte Gewinnmitteilungen sind die neueste Variante des Virus. Seit rund einem Jahr versuchen Betrüger, unaufmerksame Nutzer so um ihr Geld zu bringen. Der Lotterie-Betrug (lottery scam) ist daher ein Schwerpunkt beim diesjährigen Anti-Spam-Kongress (bis 29. Oktober) in Wiesbaden. Dort bringt der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco Branchenvertreter und Behörden aus 46 Ländern zusammen. Der Tenor: Gegen die international agierenden Spammer-Banden hilft nur internationale Zusammenarbeit.

Botnetze als Spam-Schleuder

Trockenlegen lässt sich die Flut bis auf weiteres nicht. "Die Spammer nutzen aus, dass die internationalen Strafverfolgungsbehörden schlecht vernetzt sind", sagt Norbert Pohlmann von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Die Kriminellen seien vor allem in Ländern mit laxer Strafverfolgung aktiv. "Der Spammer sitzt in Russland und nutzt Server in Korea", nennt der Professor ein Beispiel. Global sei auch der Versand: "Kriminelle kapern die Rechner von vielen Nutzern wie Du und ich und versenden damit Spam." Über ein sogenanntes Botnetz, also einen Verband fremdgesteuerter Computer, lassen sich mühelos Millionen von E-Mails innerhalb von Minuten in Umlauf bringen.

Wie eine Kooperation über Ländergrenzen hinweg aussehen könnte, zeigt eine in Wiesbaden angekündigte Initiative von Banken und Internet-Konzernen: Microsoft und Yahoo sowie die Afrikanische Entwicklungsbank und Western Union wollen den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Behörden forcieren. Geschädigte sollen sich bei der örtlichen Polizei melden und anschließend die Ermittlungsakte an die neuen Beschwerdestellen der vier Unternehmen weitergeben.

Microsoft und Co. wollen die Daten - in anonymisierter Form - auswerten und etwa recherchieren, von wo aus die Spammer ihre Mails verschicken. Diese Erkenntnisse werde man der Polizei im jeweiligen Land zur Verfügung stellen, sagte Tim Cranton, der bei Microsoft für die Kooperation mit Behörden zuständig ist. Klar ist allerdings: Die Initiative läuft ins Leere, wenn die zuständigen Behörden am Ort nicht durchgreifen. "Wir können Lotterie-Betrug nicht verhindern, aber erschweren", sagte Cranton.


(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

SECURITY: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Auftrags-Hacker Auftrags-Hacker Sebastian Schreiber, Profi-Hacker und Geschäftsführer der SySS GmbH: "Ein sicherer Bezahlprozess ist nicht alltagstauglich".
weiter
Zehn Tipps für Code Review Zehn Tipps für Code Review Schlüsselfertige Tools für Code Reviews gibt es nicht. Wer sichere Anwendungen entwickeln will, sollte zehn Best Practices beachten.
weiter
Smartphone-Daten schützen Smartphone-Daten schützen Mit Hilfe des "Certgate Protector"können Firmen die Daten auf Windows-Mobile-Geräten schützen und Funktionen ab- oder zuschalten.
weiter
Das verkannte IT-Risiko Das verkannte IT-Risiko Viele Unternehmen wissen um die Gefahr von Spionage und Datenklau. Doch die meisten sehen sich selbst nicht davon betroffen.
weiter
Die schwarze Liste Die schwarze Liste Lernen Sie die Maschen hinter scheinbar kostenlosen Websites, lukrativen Jobangeboten oder Kleinanzeigen kennen, um nicht darauf hereinzufallen.
weiter
Auftrags-Hacker Zehn Tipps für Code Review Smartphone-Daten schützen Das verkannte IT-Risiko Die schwarze Liste
MEHR ZUM THEMA SECURITY
  • Whitepaper
  • Top geklickt
Web-Anwendungen absichern
Web-Anwendungen Sicherheit
Hacker greifen immer häufiger auf firmeninterne Systeme zu. Das COMPUTERWOCHE-Special "Wege zur sicheren Web-Anwendung" zeigt, worin die schwerwiegendsten Programmierlücken in Web-Applikationen bestehen. Außerdem beschreibt es Tools, die bei der Suche nach Schwachstellen in Web-Anwendungen helfen.

zum kostenlosen Special
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke + Wireless