computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Security
Unsicheres Vertriebsportal

Telekom schließt Sicherheitsleck bei 30 Millionen Handy-Daten

13.10.2008 um 08:58 Uhr
Die Serie schwerer Datenschutzpannen bei der Deutschen Telekom reißt nicht ab: Die Daten von 30 Millionen Handy-Kunden samt Bankverbindungen konnten bis vor wenigen Tagen mit relativ geringem Aufwand eingesehen und sogar verändert werden.

Erforderlich waren nach einem "Spiegel"-Bericht nur wenige Angaben zum Kunden und ein einfaches Passwort. Darüber hätten unzählige Mitarbeiter in T-Punkt-Läden verfügt, es sei auch bei Hackern bekannt gewesen, schrieb das Magazin. Die Telekom AG teilte am Samstag mit, die Sicherheitslücke sei inzwischen geschlossen worden. Erst am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass 17 Millionen Kundendaten gestohlen worden waren.

René Obermann muss laufend neue Pannen einräumen. Foto: Telekom
René Obermann muss laufend neue Pannen einräumen. Foto: Telekom

Redakteure des Magazins hatten sich dem Bericht zufolge in das laufende Kundensystem der Mobilfunktochter T-Mobile einloggen und Daten wie Adressen oder Bankverbindungen einsehen und verändern können - ohne eine einzige weitere Sicherheitsschranke. Selbst das Anlegen völlig neuer Einzugsermächtigungen sei möglich gewesen.

Zugang jetzt durch TAN gesichert

Die Telekom teilte mit, der Zugang zu den Daten werde jetzt durch eine TAN (Transaktionsnummer) gesichert. Die TAN werde bei Bedarf automatisch erzeugt und dem Kunden per SMS aufs Handy geschickt, wenn dieser zum Beispiel in einem Telekom-Laden seine Adresse ändern lassen wolle. "Erst wenn der Kundenberater diese TAN in die Datenbank eingibt, kann er die Daten des Kunden bearbeiten", betonte die Telekom. "Damit können die Kundendaten nicht mehr von externen Computern unbefugt eingesehen oder verändert werden."

Die TAN-Regelung ist nach Angaben des Unternehmens Teil eines Maßnahmenpakets zum Stopfen von Sicherheitslücken, das die Telekom am Freitag vorgestellt hatte. Konzernchef René Obermann hatte auch die Berufung eines neuen Vorstands für Datenschutz angekündigt.

Demonstrationen in Berlin

Unabhängig von dem neuen Vorfall bei der Telekom demonstrierten in Berlin tausende Bürger am Samstag gegen die zunehmende Speicherung elektronischer Daten durch den Staat. Die Polizei zählte 15.000 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von 100.000. Mehrere Redner verlangten einen besseren Datenschutz in allen Lebensbereichen. Der Vorsitzende der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, kritisierte etwa, mit der geplanten elektronischen Gesundheitskarte werde das "Grundvertrauen zwischen Arzt und Patient" geopfert.

Die Grünen im Bundestag kritisierten: "Weder die Kundendaten noch die im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung (im Auftrag des Staates) massenhaft gespeicherten Verbindungdaten sind bei der Deutschen Telekom sicher." Der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck verlangte in einer Mitteilung deshalb den Stopp der Vorratsdatenspeicherung. Die Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau (Linke), forderte in einer Mitteilung mehr Datenschutz. Die FDP kritisierte eine "immer weiter gehende Auswertung und Überwachung" der Bürger.


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

SECURITY: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Virtuell sicher? Virtuell sicher? Virtualisierung ist kein Allheilmittel für Sicherheitsprobleme. Hacker suchen bereits gezielt nach Lücken in Produkten wie VMware ESX. weiter
Studie zur Datensicherheit Studie zur Datensicherheit Verteilte Arbeitsumgebungen begünstigen Fehler von Mitarbeitern und damit den Verlust sensibler Firmendaten. Die zehn gröbsten Vergehen. weiter
Überteuerter Virenschutz Überteuerter Virenschutz Security-Anbieter tun zu wenig, um mit ständig wechselnden Web-Bedrohungen mitzuhalten. Sicherheits-Software ist zu teuer, moniert Gartner. weiter
Verraten und verkauft Verraten und verkauft Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie hat den Datenschutz beliebter sozialer Netze untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd. weiter
Die besten Antiviren-Programme Die besten Antiviren-Programme Das Magdeburger Testlabor hat 28 Antivirus-Programme unter die Lupe genommen. Wir präsentieren Ihnen die Ergebnisse der ausführlichen Tests. weiter
Virtuell sicher? Studie zur Datensicherheit Überteuerter Virenschutz Verraten und verkauft Die besten Antiviren-Programme
MEHR ZUM THEMA SECURITY
  • Artikel
  • Whitepaper
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security