computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Security
82.000 Web-Seiten kompromittiert

Login-Daten für 200.000 Sites in kriminellen Händen

07.10.2008 um 12:40 Uhr
Autor(en): Katharina Friedmann , COMPUTERWOCHE-Redakteurin.
Dem Sicherheitsanbieter Aladdin zufolge haben sich mehrere Cyber-Gangs die Zugangsdaten für rund 200.000 Web-Seiten verschafft und teilweise missbraucht, um Site-Besuchern Schadcode unterzujubeln.

Die Site-Logins befanden sich auf einem von Kriminellen betriebenen Server, auf den Ian Amit, Director Security Research bei Aladdin Knowledge Systems, im Zuge seiner Untersuchung des unlängst totgesagten, mittlerweile aber neu entdeckten Hacker-Toolkits Neosploit gestoßen war. Demnach wurden die auf dem Server gelisteten Zugangsdaten dazu verwendet, legitime Web-Seiten mit Schadcode zu versehen, den der darauf befindliche Exploit-Werkzeugkasten lieferte.

"Die Server-basierende Applikation, die die FTP-Zugangsdaten der Server auf ihre Gültigkeit überprüfte und dann die Sites modifizierte, war vollständig automatisiert", berichtet Amit. Der auf lediglich sechs bis sieben IP-Adressen beschränkte Applikationszugriff weist ihm zufolge darauf hin, dass dieser ausschließlich für die Nutzer des E-Crime-Servers bestimmt war. Nach Einschätzung des Experten waren vermutlich zwei bis drei verschiedene Banden in die Login-Sammelaktion involviert.

Mehr als die Hälfte der dort gehorteten Zugangdaten - rund 107.000 - wurden von der Hacker-Anwendung als valide identifiziert, sprich: sie ermöglichen administrativen Zugriff auf die jeweilige Site. Insgesamt sollen bereits 82.000 Logins dazu missbraucht worden sein, Web-Content so zu modifizieren, dass Site-Besucher angegriffen werden können. Die Mehrzahl der Angriffsziele befinden sich in Europa. Betroffen sind laut Aladdin eine Vielzahl von Organisationen - darunter die Internet-Auftritte von Regierungsbehörden, größeren Rüstungsherstellern, namhaften Universitäten sowie einigen Fortune-500-Unternehmen - und der US-amerikanischen Post. Der Sicherheitsanbieter geht davon aus, dass die restlichen gültigen 20.000 Daten für den späteren Handel mit anderen Online-Kriminellen vorgesehen waren. Unklar ist indes, auf welchem Weg sich die Kriminellen Zugriff auf die Site-Logins verschafft haben. Möglicherweise wurden diese illegal erworben oder über ein speziell für diese Aufgabe konzipiertes Bot-Netz gesammelt, mutmaßt Amit.

Entdeckt wurde das Login-Depot bereits vor einem Monat - seit dem arbeitet Aladdin eigenen Angaben zufolge weltweit mit Behörden und anderen Organisationen zusammen, um die betroffenen Site-Betreiber zu benachrichtigen. Darüber hinaus bietet Aladdin Unternehmen die Möglichkeit, nachzufragen, ob ihr Internet-Auftritt zu den kompromittierten Web-Sites gehört.



Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

SECURITY: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
In fünf Schritten zur sauberen Festplatte In fünf Schritten zur sauberen Festplatte Wir geben Tipps, wie Sie Ihren alten Rechner ruhigen Gewissens verkaufen oder verschrotten können.
weiter
Neun Security-Suites im Test Neun Security-Suites im Test Komplettpakete für Internet-Sicherheit sollen vor Viren, Spyware und Adware schützen. Unser Test zeigt, was die pakete der Hersteller können.
weiter
Mobile Gefahren Mobile Gefahren Handys, Smartphones, PDAs und Co. - die funktionsreichen Rechenzwerge für unterwegs bergen mehr Sicherheitsrisiken als Notebooks.
weiter
39 kostenlose Tools 39 kostenlose Tools Den Rechner schützen, sicher surfen, mailen, chatten und telefonieren. Das geht alles für lau. Wir haben uns die besten Gratis-Programme angeschaut.
weiter
Verraten und verkauft Verraten und verkauft Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie hat den Datenschutz beliebter sozialer Netze untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd.
weiter
In fünf Schritten zur sauberen Festplatte Neun Security-Suites im Test Mobile Gefahren 39 kostenlose Tools Verraten und verkauft
Web-Anwendungen absichern
Web-Anwendungen Sicherheit
Hacker greifen immer häufiger auf firmeninterne Systeme zu. Das COMPUTERWOCHE-Special "Wege zur sicheren Web-Anwendung" zeigt, worin die schwerwiegendsten Programmierlücken in Web-Applikationen bestehen. Außerdem beschreibt es Tools, die bei der Suche nach Schwachstellen in Web-Anwendungen helfen.

zum kostenlosen Special
MEHR ZUM THEMA SECURITY
  • Artikel
  • Whitepaper
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security