computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Security
Textfilter

Skype räumt Zensur und Verstöße gegen Privatsphäre in China ein

06.10.2008 um 10:18 Uhr
Der Internet-Kurzmitteilungsdienst Skype hat Zensur und Verstöße gegen die Privatsphäre in China eingeräumt.

Nach Darstellung von Skype-President Josh Silverman hat das zu eBay gehörende Unternehmen nicht gewusst, dass sein Partner in China, TOM Online, zensierte Mitteilungen mit vermeintlich heiklen politischen Inhalten auf Servern speichert. Silverman zeigte sich in einer Mitteilung vom Freitag beunruhigt über "Sicherheitsverstöße, die es Leuten ermöglicht haben, Zugang zu diesen gespeicherten Mitteilungen auf Servern zu bekommen". "Wir sind sehr besorgt über beide Sachverhalte." TOM habe die Sicherheitsprobleme inzwischen behoben.

Offen räumte Silverman die Filterung und Blockade bestimmter Nachrichten in der chinesischen Skype-Version ein, die Worte wie "Kommunistische Partei", "Tibet" oder "Demokratie" enthalten. "Es ist allgemein bekannt, dass in China Zensur existiert und die chinesische Regierung Kommunikation in und aus dem Land überwacht." Als Mehrheitspartner in dem Skype-Gemeinschaftsunternehmen in China sei TOM wie jeder andere Kommunikationsdienstleister verpflichtet, sich an die Vorschriften zu halten. "Diese Regeln beinhalten die Anforderung, Nachrichten mit Wörtern, die Chinas Behörden als 'anstößig' betrachten, zu überwachen und zu blocken."

Schon 2006 habe Skype öffentlich gemacht, mit einem Textfilter zu arbeiten. Damals sei aber auch versichert worden, dass solche Mitteilungen "einfach gelöscht" und nicht gespeichert würden. Der Skype-President reagierte mit seiner Erklärung auf einen Bericht von Experten und Menschenrechtsaktivisten der Forschergruppe Citizen Lab an der Universität Toronto, wonach die Botschaften zusammen mit persönlichen Informationen über die Nutzer auf ungesicherte Server geladen worden seien, die von außen zugänglich gewesen seien und sogar die Codes zur Entschlüsselung dieser Daten enthielten.

Silverman bestätigte, dass auch Skype-Nutzer aus anderen Ländern der Kontrolle zum Opfer fallen, wenn sie mit einem der rund 70 Millionen Nutzer der TOM-Skype genannten Variante in China kommunizieren. Solange aber beide die Standard-Software von Skype benutzten, sei die Kommunikation "absolut sicher und privat", beteuerte der Skype-Manager. (dpa/tc)



Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

SECURITY: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Virtuell sicher? Virtuell sicher? Virtualisierung ist kein Allheilmittel für Sicherheitsprobleme. Hacker suchen bereits gezielt nach Lücken in Produkten wie VMware ESX. weiter
Studie zur Datensicherheit Studie zur Datensicherheit Verteilte Arbeitsumgebungen begünstigen Fehler von Mitarbeitern und damit den Verlust sensibler Firmendaten. Die zehn gröbsten Vergehen. weiter
Überteuerter Virenschutz Überteuerter Virenschutz Security-Anbieter tun zu wenig, um mit ständig wechselnden Web-Bedrohungen mitzuhalten. Sicherheits-Software ist zu teuer, moniert Gartner. weiter
Verraten und verkauft Verraten und verkauft Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie hat den Datenschutz beliebter sozialer Netze untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd. weiter
Die besten Antiviren-Programme Die besten Antiviren-Programme Das Magdeburger Testlabor hat 28 Antivirus-Programme unter die Lupe genommen. Wir präsentieren Ihnen die Ergebnisse der ausführlichen Tests. weiter
Virtuell sicher? Studie zur Datensicherheit Überteuerter Virenschutz Verraten und verkauft Die besten Antiviren-Programme
MEHR ZUM THEMA SECURITY
  • Artikel
  • Whitepaper
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security