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Security
Sicherheitsexperten

Massive Kritik am Google-Browser Chrome

08.09.2008 um 12:10 Uhr
Unausgereifte Beta-Version und gieriger Datensammler - Googles neuer Browser Chrome sollte mit Bedacht verwendet werden, raten Sicherheitsexperten.

Der Internet-Konzern Google wiegt die Nutzer seines neuen Browsers Chrome nach Ansicht eines Experten in falscher Sicherheit. "Google müsste seinen Nutzern deutlich sagen: Das hier ist eine Beta-Version zum Testen", forderte Daniel Bachfeld vom Computermagazin "c't" am Montag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. So seien innerhalb kurzer Zeit drei kritische Sicherheitslücken bekannt geworden. Bachfeld empfahl Nutzern, die Software vorerst nur eingeschränkt einzusetzen - etwa auf vertrauenswürdigen Websites.

Bachfeld kritisierte, dass Google mit seiner Produktpolitik den Begriff Beta-Version aufweiche. Zahlreiche funktionsfähige und weit verbreitete Produkte würden vom Unternehmen durch diese Bezeichnung noch als vorläufig deklariert, darunter der E-Mail-Service Gmail (Googlemail) und der Online-Kalender. "Die Leute können nicht mehr unterscheiden, ob ein Produkt vorläufig oder final ist." Anders als diese mittlerweile ausgereiften Dienste habe Chrome jedoch tatsächlich noch eklatante Schwächen. "Wenn Microsoft so vorgehen würde, gäbe es einen großen Aufschrei", ist Bachfeld überzeugt.

Nach Informationen des Experten sind bislang drei potenziell gefährliche Sicherheitslücken dokumentiert, die Google nach kurzer Zeit mit Aktualisierungen der Software gestopft habe. Bachfeld ist jedoch davon überzeugt, dass weitere Probleme auftauchen werden, da nun weltweit Computerfachleute den Browser unter die Lupe nehmen. Er riet Nutzern, Chrome derzeit nur "zum Anschauen und Testen" und nur auf vertrauenswürdigen Websites zu verwenden.

Zuvor hatte sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat kritisch zum neuen Google-Browser Chrome geäußert. "Google Chrome sollte nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden", sagte Sprecher Matthias Gärtner der "Berliner Zeitung". Es sei problematisch, dass Google ein Produkt in der Testversion aufgrund seiner Marktmacht einer breiten, zum Teil technisch wenig versierten Öffentlichkeit zugänglich mache. Chrome sei zwar bequem, aber kritisch, nicht nur weil das Programm noch nicht ausgereift sei, sondern auch wegen der Daten-Sammelwut von Google.

Vor dem Hintergrund, dass der kalifornische Suchmaschinenkonzern mit dem Browser nun alle wichtigen Bereiche im Internet vom Email-Programm über die Suche bis zu rein internetbasierten Textverarbeitungsprogrammen abdecke, warnte der BSI-Sprecher: "Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter kritisch." (dpa/ajf)



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