computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Security
Studie

Datenmissbrauch wird zu spät entdeckt

12.06.2008 um 17:19 Uhr
Meist bemerken Unternehmen erst Monate nach einem Datenverlust, dass ihre Informationen kompromittiert wurden. Das Gros der Verstöße ist dabei nicht etwa Insidern, sondern externen Quellen wie Geschäftspartnern zuzuschreiben. Das ergab eine Langzeituntersuchung von Verizon Business.

In drei Viertel aller Fälle von Datenmissbrauch kommt es bereits innerhalb von Tagen zur Kompromittierung der Daten, 63 Prozent der Vorfälle werden allerdings erst Monate später entdeckt. Das ergab der "2008 Data Breach Investigation Report" von Verizon Business, der auf rund 500 forensischen Untersuchungen anhand von 230 Millionen Datensätzen im Zeitraum zwischen 2004 und 2007 basiert. Bis die Datenlecks dann gestopft waren, dauerte es der Analyse zufolge in fast jedem zweiten Fall Wochen - nur bei 37 Prozent wurden die undichten Stellen bereits innerhalb von Stunden oder Tagen behoben. Hinzu kommt, dass 75 Prozent aller Datenverluste nicht von den betroffenen Organisationen selbst, sondern von Dritten aufgedeckt wurden.

Dabei ging die überwiegende Mehrheit der Verstöße nicht etwa von Insidern wie Mitarbeitern oder IT-Administratoren (18 Prozent), sondern von externen Quellen aus (73 Prozent). Erstaunliche 39 Prozent dieser Fälle sind dem Report zufolge Geschäftspartnern zuzuschreiben - die Zahl dieser Verstöße soll im Untersuchungszeitraum von vier Jahren um das Fünffache gestiegen sein.

Dabei werden die meisten Datenverluste offenbar durch eine Kombination von Faktoren und weniger durch einzelne Hacker-Angriffe ausgelöst. So waren 62 Prozent der Fälle auf schwere interne Fehler zurückzuführen, die direkt oder indirekt zu dem Datenverlust beitrugen, während es sich bei 59 Prozent um Hacking oder versuchte Systemeinbrüche handelte. 39 Prozent der Hacker-Attacken waren auf die Anwendungsebene gerichtet, nur 23 Prozent zielten auf das Betriebssystem. Laut Studie nutzten 18 Prozent dieser Angriffe eine bereits bekannte Schwachstelle aus, wobei für 90 Prozent dieser Sicherheitslücken schon gut sechs Monate vor dem Verstoß Patches zur Verfügung standen.

Unterm Strich, so die Verizon-Experten, hätten sich neun von zehn Fällen von Datenmissbrauch in Unternehmen und Behörden durch angemessene Sicherheitsvorkehrungen verhindern lassen.

Von Datenmissbrauch besonders gebeutelt werden offenbar der Einzelhandel sowie die Getränke- und Lebensmittelindustrie,: Diese Branchen waren laut Studie von gut der Hälfte der analysierten Fälle betroffen. Auf den traditionell gut geschützten Finanzdienstleistungssektor entfielen indes nur vier Prozent der Vorkommnisse. Bei den Angriffen aus Asien - speziell China und Vietnam - wurden laut Bericht häufig Lücken in Applikationen ausgenutzt, während Website-Defacements vorwiegend auf Attacken aus dem Nahen Osten zurückzuführen waren. IP-Adressen aus Osteuropa und Russland wiederum standen oft hinter der Kompromittierung von Point-of-Sale-Systemen. (kf)


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

SECURITY: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Virtuell sicher? Virtuell sicher? Virtualisierung ist kein Allheilmittel für Sicherheitsprobleme. Hacker suchen bereits gezielt nach Lücken in Produkten wie VMware ESX. weiter
Studie zur Datensicherheit Studie zur Datensicherheit Verteilte Arbeitsumgebungen begünstigen Fehler von Mitarbeitern und damit den Verlust sensibler Firmendaten. Die zehn gröbsten Vergehen. weiter
Überteuerter Virenschutz Überteuerter Virenschutz Security-Anbieter tun zu wenig, um mit ständig wechselnden Web-Bedrohungen mitzuhalten. Sicherheits-Software ist zu teuer, moniert Gartner. weiter
Verraten und verkauft Verraten und verkauft Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie hat den Datenschutz beliebter sozialer Netze untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd. weiter
Die besten Antiviren-Programme Die besten Antiviren-Programme Das Magdeburger Testlabor hat 28 Antivirus-Programme unter die Lupe genommen. Wir präsentieren Ihnen die Ergebnisse der ausführlichen Tests. weiter
Virtuell sicher? Studie zur Datensicherheit Überteuerter Virenschutz Verraten und verkauft Die besten Antiviren-Programme
MEHR ZUM THEMA SECURITY
  • Artikel
  • Whitepaper
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security