computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Open Source

Das alternative System-Management

10.11.2006
Autor(en): Eva-Katharina Kunst.
Das System-Management großer Server-Installationen ist noch die Domäne der kommerziellen Anbieter. Doch kleine und mittelständische Anwender setzen zunehmend auf quelloffene Lösungen.

Hier lesen Sie ...

  • warum es nicht immer die umfangreichen und teuren System-Management-Produkte der vier marktbeherrschenden Anbieter sein müssen;

  • welche Eigenschaften Angebote aus der Open-Source- Welt auszeichnen;

  • woran es den quelloffenen Alternativen noch mangelt.


Komplex, verteilt, heterogen und virtualisiert, lauten die Attribute heutiger Rechnerlandschaften. Die zudem stets wachsende Zahl von Servern in einem Unternehmen haben die Ansprüche an eine zentralisierte Verwaltung der IT-Bedürfnisse gesteigert. Die führenden, kommerziellen Schwergewichte im Markt der System-Management-Software haben darauf mit umfangreichen Komplettlösungen reagiert. Tivoli (IBM), Openview (HP), Unicenter (Computer Associates) und Patrol (BMC) sind in der Lage, tausende von Servern an verschiedenen Standorten zu verwalten und überwachen. Die ausgedehnte Funktionalität erfordert einen hohen Aufwand, der sich in den meisten Fällen auch rechnet.

Auch mit Open-Source lassen sich inzwischen große Umgebeungen dirigieren.
Auch mit Open-Source lassen sich inzwischen große Umgebeungen dirigieren.

Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen (KMUs) benötigen aber nicht unbedingt den vollen Umfang großer kommerzieller Lösungen. "In der Praxis hat sich gezeigt, dass die meisten Kunden mit 80 Prozent des Funktionsumfangs der großen Lösungen mehr als bedient sind", meint Detlev Altendorf, Vertriebschef für Zentral-, Süd- und Osteuropa des US-amerikanischen Anbieters Groundwork Open Source Inc. Denn "klar definierte Betriebsprozesse und übersichtliche, beherrschbare Tools sind wichtiger als tausende Funktionen."

Da Preise für kommerzielle Lösungen selbst in kleinen Deployments im fünfstelligen Bereich beginnen und für Service und Support nochmals jährlich mindestens vierstellige Kosten zu tragen sind, suchen viele Unternehmen nach Alternativen. Im Open-Source-Umfeld werden sie fündig. Auf den Management-Konsolen der Admins tauchen zunehmend Informationen von "Nagios", "Cacti" & Co. auf (siehe Kasten "Open-Source-Management-Tools").

Berechnungen, die Groundwork mit seinen Kunden zur Total Cost of Ownership (TCO) anstellte, ergaben auf drei Jahre gesehen eine Einsparung von 30 bis 35 Prozent gegenüber den Gesamtkosten einer kommerziellen Lösung: Deutlich reduzierte Initialkosten bei entfallenden Lizenzgebühren sowie geringe Folgekosten für Wartung und Anpassungen drücken den Preis.

Auch dass die Tools leicht anzupassen und zu erweitern sind, spricht für Open Source. Oftmals beruhen die Interfaces auf bekannten Standards wie Perl und PHP. Weiterentwicklungen beispielsweise durch eigene Shell-Skripte sind für die meisten Admins keine Herausforderung.

Helfer zum Nulltarif

Aus diesen Gründen haben sich viele Open-Source-basierende System-Management-Werkzeuge bereits erfolgreich am Markt positioniert. Tausendfach aus dem Internet heruntergeladen, erleichtern sie den Systemadministratoren zum Nulltarif die Arbeit. So beispielsweise "Webmin", ein Web-basiertes Interface für das Konfigurations-Management, das im Unterschied zu Yast (Suse) und Red Hats Control-Panels in Fedora und RHEL auch auf allen Unix-Systemen läuft und ein zentrales Management ermöglicht.

"Unsere Anwender benötigen nur geringe bis moderate Linux- und Administrations-Vorkenntnisse", erläutert Jamie Cameron, Gründer des Webmin-Projekts. Das GUI-Tool kommt zum Einsatz, um die Komplexität der Systemadministration zu reduzieren. Große Unternehmen wie Ikea oder die US Federal Reserve Bank nutzen das Werkzeug insbesondere zum DNS-Management. Ausgehend von monatlich 120 000 gezählten Downloads, schätzt Cameron die Anzahl der tatsächlichen Webmin-Installationen auf über eine Million.



Seite: 1 2 3  weiter


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

INHALT DIESES ARTIKELS
Energieeffizienz in der IT
Best of IT-Solutions - Energieeffizienz in der IT
Der Einsatz von stromsparenden Technologien ist en Vogue. Im neuen Best of IT-Solutions-Blogs diskutieren Experten über die wahren Werte und Zielsetzungen grüner IT-Technologien und ihr Einsparpotential für die Unternehmens-IT.

Zum Best of IT-Solutions-Blog
OPEN SOURCE: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Best of Open Source: Productivity-Anwendungen Best of Open Source: Productivity-Anwendungen Office, Browser, Multimedia - die COMPUTERWOCHE stellt die besten Productivity-Werkzeuge aus der Open-Source-Community vor. weiter
Die Zukunft von Open Source Die Zukunft von Open Source Quelloffene Software dringt in alle Bereiche der Unternehmens-IT vor, prognostizieren US-Marktforscher weiter
Best of Open Source: Enterprise-Anwendungen Best of Open Source: Enterprise-Anwendungen ERP, CRM, Business Intelligence - die COMPUTERWOCHE stellt die besten Open-Source-Produkte für Collaboration-Aufgaben vor. weiter
Best of Open Source: Collaboration Best of Open Source: Collaboration Wikis, Blogs, Social Software - die COMPUTERWOCHE stellt die besten Open-Source-Produkte für Collaboration-Aufgaben vor. weiter
OpenSUSE 11.0 im Test OpenSUSE 11.0 im Test Das neue Major Release der Linux-Distribution bringt eine Reihe von Verbesserungen für professionelle und private Nutzer. weiter
Best of Open Source: Productivity-Anwendungen Die Zukunft von Open Source Best of Open Source: Enterprise-Anwendungen Best of Open Source: Collaboration OpenSUSE 11.0 im Test
  • Top geklickt
  • Top verlinkt
Aktuelle Umfrage

Wie verändert sich Ihr IT-Budget 2009 gegenüber 2008?

  • Whitepaper
FEATURED LINKS

Virtual Data Center
Virtual Data Center
Welchen Einfluss hat die Software auf den Energiebedarf eines Computersystems? Anhand von Programmen aus dem Bereich Linux und Open Source lassen sich Spareffekte besonders gut nachvollziehen.

Offene Software ist grüner
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security