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Mobile Software

Linux soll Marktführer werden

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Linux wird seinen Anhängern zufolge einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung mobiler Plattformen haben. Einige schreiben dem quelloffenen Betriebssystem gar die führende Rolle in der nächsten Softwaregeneration zu.

Jim Zemlin, Executive Director der Linux Foundation, und Jason Grigsby vom Webdesign- und Webmanagement-Dienstleister Cloud Four unterstrichen auf der O'Reilly Open Source Convention (OSCON) im amerikanischen Portland die Bedeutung von Linux. Zemlin sagte Linux eine blühende Zukunft voraus: Die Plattform laufe im Desktop-Bereich dem Platzhirsch Windows zunehmend den Rang ab. Als Beispiele führte er verschiedene Branchen ins Feld, in denen vermehrt offene Betriebssysteme zum Einsatz kämen: Gaspumpen, medizinische Geräte, die IT an der New Yorker Wall Street, diverse Unterhaltungselektronik und auch Raumfahrt-Equipment auf Mars-Missionen seien in der Vergangenheit bereits mit Linux-basierten Systemen ausgestattet worden.

Die Vorteile von Linux seien seine Flexibilität, die einheitliche Produktplattform und ein Grundgerüst an vorinstallierter Software. Mobile Anwendungen setzten mehr auf benutzerfreundliche Applikationen, weniger auf eine immer leistungsfähigere Hardware. Gegenüber anderen Plattformen habe das Open-Source-System hier Vorteile. Software-Entwickler könnten sich auf die eigentlichen Funktionen konzentrieren, anstatt mit Kompatibilitätsproblemen kämpfen zu müssen. Verschiedene Middleware-Packages und Entwickler-Frameworks für Linux ließen den Programmierern laut Zemlin alle Freiheiten, mit dem Kernel zu experimentieren. Sie könnten sich genau wie die Gerätehersteller ihre eigenen Marken aufbauen. Rund um Open-Source-Projekte wie Google Android, LiMo (Linux Mobile Foundation), Openmoko und Ubuntu Mobile bildeten sich zunehmend Linux-Entwicklergemeinschaften. "Es gibt außer Microsoft keinen Konzern mehr, der seine Finger nicht nach Linux ausstreckt", stellte Zemlin fest. "Im kommenden Jahr werden 50 Firmen Linux-Notebooks auf den Markt bringen", kündigte er an. "Es ist sicher, dass Linux im mobilen Bereich führend sein wird", formulierte Zemlin eine klare Zielvorgabe seiner Organisation.

Entwickler sind zu gierig

Grigsby betonte hingegen auch, dass das Gros der Linux-Entwickler noch nicht auf das mobile Web vorbereitet sei. Fehlende Standards und eine mangelhafte Performance verhinderten den Durchbruch. Die 3,3 Milliarden mobilen Geräte, die heute weltweit im Einsatz seien, schöpften noch lange nicht das gesamte Potenzial aus. Viele Entwickler seien zu Bandbreiten-Fressern verkommen, die von technischen Voraussetzungen für ihre Software ausgingen, die sie auf mobilen Geräten nicht vorfänden, klagte Grigsby. Er wünsche sich zielgerichtete mobile Applikationen und die Rückkehr zu den geräteseitigen "Browser-Kriegen". WAP (Wireless Application Protocol)-basierte Webbrowser seien nicht für verspielte Desktop-Technologien wie JavaScript ausgelegt - die Entwickler müssten dies endlich begreifen. (sh)


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