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Open Source
Vista statt Open Source

Schlag gegen Linux in Wien

04.06.2008 um 11:50 Uhr
Autor(en): pte pte.
Ein Linux-Vorzeigeprojekt der Stadt Wien wird auf Windows Vista umgestellt.

In der morgigen Gemeinderatssitzung soll das hierfür notwendige Budget beschlossen werden. Insgesamt werden 7,6 Millionen Euro für die Beschaffung von Lizenzen für Vista und Office sowie Serversoftware inklusive der Aufrüstung älterer PC-Systeme veranschlagt. "Es ist ein schwerer Schlag für Linux in Wien", meint Marie Ringler, Technologiesprecherin der Wiener Grünen, im Gespräch mit pressetext. Stein des Anstoßes sind 720 Computer, die in Kindergärten zum Einsatz kommen. Für diese soll nun eine Sprachtestsoftware angeschafft werden, die aktuell nur unter dem Microsoft-System läuft.

Das Projekt Wienux läuft seit 2005. Die Stadt Wien bietet seitdem ihren Magistraten die Wahlmöglichkeit zwischen einem Linux- oder Windows-Betriebssystem. Des weiteren soll Open Office als Ersatz für Microsoft Office sowie Firefox für den Internet Explorer installiert werden. Von den 32.000 Rechnern der Stadtverwaltung läuft jedoch derzeit gerade einmal auf 1000 PCs die Linux-Variante, Open Office ist immerhin auf 15.000 Rechner installiert. "Viel zu wenig", meint Ringler. Sie fordert stärkere Anreize für die Magistrate, wofür die Stadt auch Geld ausgeben sollte. Die Rückmigration der Kindergarten-PCs hält Ringler für vermeidbar. Mit einem Bruchteil des hierfür veranschlagten Budgets von 105.000 Euro hätte man den Hersteller der Software dazu bringen können, die Software schneller für den Firefox-Browser zu adaptieren.

"Der Einsatz von Open-Source-Software ist die einzige Möglichkeit, sich von einem Monopolhalter wie Microsoft zu befreien. Vor allem im öffentlichen Bereich muss eine Herstellerunabhängigkeit gegeben sein", so Ringler. Als Referenzprojekt verweist die Grün-Politikerin auf die Stadt München. In der bayrischen Hauptstadt läuft das LiMux-Projekt seit rund eineinhalb Jahren. Umgestellt sind dort mittlerweile ebenfalls rund 1000 Rechner, allerdings umfasst die IT-Infrastruktur auch nur 14.000 Computer. Der Unterschied zwischen den beiden Linux-Projekten ist vor allem, dass in München zwölf Referate selbstständig für die eigene IT-Planung und den IT-Betrieb verantwortlich sind, während in Wien das Rechenzentrum (MA 14) zentral für die Umstellung zuständig ist.

Das Ende des Linux-Projekts sieht Ringler trotzdem noch nicht gekommen: "Das Gesamtprojekt ist noch nicht vorbei." Im Herbst des laufenden Jahres wird die von der Stadt iniitierte Studie STOSS2 erscheinen. STOSS2 beschäftigt sich mit den Kosten sowie dem Nutzen von Open-Source-Software im Einsatz bei der Stadtverwaltung. Die Verfechter des Linux-Projekts sind bereits davon überzeugt, dass die Studie weitere Vorgehensweisen für die Migration auf Open-Source-Software vorschlagen wird. "Die europäische Komission rät ebenfalls zum Einsatz von Linux-Versionen in der Verwaltung und stellt ihre Systeme graduell auf offene Standards um", so Ringler abschließend gegenüber pressetext. (pte)



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