computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Office & Tools
Detaillierte 3D-Objekte

"CityGML" erleichtert virtuelle Stadtplanung

02.09.2008 um 16:25 Uhr
Autor(en): pte pte.
Europäische Forscher haben mit "CityGML" ein Datenmodell entwickelt, das als einheitliches Standard-Format für die Beschreibung von 3D-Objekten im städtischen Raum gedacht ist.

Dabei verspricht CityGML deutlich mehr Informationen zu Gebäuden als viele frühere Formate und gleichzeitig einen einfachen Datenaustausch zwischen verschiedenen Programmen und Institutionen. "CityGML ist somit für alle Anwendungen von 3D-Stadtmodellen geeignet, beispielsweise die Stadtplanung, die Standortplanung, oder das Katastrophenmanagement", meint Gerhard Gröger vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn (IGG) gegenüber pressetext. Doch auch für virtuelle Welten in Spielen sei CityGML geeignet.

"Bei Spielen, aber auch bei Simulationswerkzeugen, gibt es verstärkt die Tendenz, durch authentische, der Realität entsprechende Welten wie beispielsweise die Innenstadt von Berlin zu wandern", meint Gröger. CityGML sei als Datenlieferant sehr gut geeignet. Dafür sorgt nicht zuletzt der Informationsgehalt, der neben der Geometrie beispielsweise auch Details über das Material eines Bauwerks umfasst. "Insbesondere kann mit CityGML das Innenleben von Gebäuden modelliert werden, ebenso wie Texturen, die die Fassade von Gebäuden realitätsgetreu wiedergeben", erklärt der Wissenschaftler. Auch Informationen über Wärmeabstrahlung oder Geräuschemission sind mit CityGML modellierbar. Auf dem Standard aufbauende Fachanwendungen könnten die erfassbaren Parameter praktisch beliebig erweitern, so Gröger.

Der Detailgrad sei ein Vorteil gegenüber bisherigen Formaten, die meist rein geometrisch waren. "Semantische Informationen eines Gebäudes wie das Baujahr, die Funktion oder die Adresse konnten gar nicht übertragen werden", meint Gröger. Mit CityGML werde genau das möglich. Außerdem ist der Standard dazu gedacht, die Interoperabilität zu verbessern, sodass verschiedene Programme und Quellen einfach Daten miteinander austauschen können. "Wichtig wird das beispielsweise bei der Erstellung dreidimensionaler Kartenwerke", erklärt Grögers Kollegin Angela Czerwinski. Beispielsweise könnten Daten von Katasterämtern mit Straßen- und Topographiedaten zusammengeführt werden.

CityGML wurde Gröger zufolge beispielsweise bei der Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie in Nordrhein-Westfalen genutzt. "Viele Kommunen, darunter Berlin, stellen Ihr 3D-Stadtmodell in CityGML bereit", betont der Wissenschaftler. Einen internationalen Meilenstein hat das Datenmodell im August dieses Jahres erreicht. CityGML wurde vom Open Geospatial Consortium (OGC), das sich für offene Standards für Geoinformationssysteme stark macht, als Standard angenommen. Von den einfach austauschbaren Modellen könnten neben der Stadtplanung beispielsweise das Architekturdesign, Umweltsimulationen und auch Navigationsanwendungen profitieren, so das OGC. (pte)


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

OFFICE & TOOLS: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
CS4: Adobes größter Coup CS4: Adobes größter Coup Adobe Systems kündigt heute seine neue Creative Suite 4 (CS4) an. Diese nutzt erstmals Hardwarebeschleunigung für Bildschirmausgabe und Effekte. weiter
Persönliches Windows-Startmenü Persönliches Windows-Startmenü Anwender erzeugen mit "ASuite" eine Alternative zum "Start"-Menü, die sie per USB-Stick auf andere Rechner mitnehmen können. weiter
Acht nützliche Online-Bürohelfer Acht nützliche Online-Bürohelfer Online-Tools entwickeln sich zu praktischen Helfern bei der Lösung alltäglicher Probleme. Die besten finden Sie hier. weiter
Die besten Plugins für Firefox Die besten Plugins für Firefox Zu den besonderen Stärken des freien Web-Browsers gehört sein Erweiterbarkeit durch zahllose Zusatzmodule. weiter
Mails automatisch beantworten lassen Mails automatisch beantworten lassen E-Mail-Response-Management-Systeme (ERMS) können Mails automatisch kategorisieren, weiterleiten und beantworten. weiter
CS4: Adobes größter Coup Persönliches Windows-Startmenü Acht nützliche Online-Bürohelfer Die besten Plugins für Firefox Mails automatisch beantworten lassen
MEHR ZUM THEMA OFFICE & TOOLS
  • Artikel
  • Whitepaper
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security