| Die Karten werden neu gemischt | |
| Microsofts Partnermodell | |
| Newcomer Apple |
Genau an diesem Punkt setzte ab 2001 Herausforderer Microsoft mit Windows Mobile an - damals auch noch als Windows for Smartphone bekannt: Seine Kunden sollten für Smartphones mit dem Betriebssystem ohne Einschränkungen mit gewohnten Tools wie Visual Basic eigene Anwendungen entwickeln können. Allerdings verlief der Einstieg des Softwaregiganten in den Mobilfunkmarkt alles andere als reibungslos. So warf im Jahr 2002 die britische Firma Sendo das Handtuch und stellte die Entwicklungsarbeit am Z100, dem ersten Windows-basierenden Smartphone, ein. Das Unternehmen wechselte ins Symbian-Lager, weil Microsoft angeblich sein Handy-Betriebssystem nicht in den Griff bekam. Der endgültige Markteinstieg gelang Microsoft erst im dritten Anlauf mit dem "MPx200" vom Hardwarepartner Motorola.
Diese Geburtswehen offenbaren eine fundamentale Schwäche von Microsofts mobilem Business-Modell: Während RIM beim Blackberry die komplette Verwertungskette vom Betriebssystem, der Gerätehardware und der Server-Infrastruktur in der Hand hält, setzt Microsoft auf ein Partnermodell. Der Softwarekonzern liefert das Betriebssystem, überlässt die Hardwareanpassung aber den Geräteherstellern als Partnern. Dadurch kommen die Anwender im Falle eines Software-Updates nicht automatisch in den Genuss der Verbesserungen.
Mit dem Privatkundengeschäft groß geworden, konnte auch Handy-Primus Nokia der Versuchung nicht widerstehen, seine Umsätze mit Einnahmen im Business-Segment weiter aufzubessern. Basis waren dabei speziell an Enterprise-Bedürfnisse angepasste Smartphones und die von Nokia entwickelte und für zertifizierte Programmierer offene Bedienoberfläche Symbian S60. Die Finnen beließen es jedoch nicht bei einer speziellen Serie von Business-Geräten, sondern stellten mit der "Intellisync Mobile Business Suite" auch noch eine Synchronisations- und Management-Plattform bereit. Diese eignet sich nicht ausschließlich für Nokia-Devices, umgekehrt unterstützen die Smartphones auch Push-Mail-Lösungen der Konkurrenten Microsoft und RIM.
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