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Mini-UMTS-Funkzellen entmystifiziert

Was Sie über Femtocells wissen müssen

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von Hannes Rügheimer

Die Femtozelle wird zur „Homezone“

Das Geschäftsmodell beziehungsweise die Motivation für einen Mobilfunkprovider zum Einsatz dieser Technologie besteht darin, dass die Kunden auch beim Telefonieren und Surfen zu Hause das Mobilfunknetz des Anbieters nutzen – zumindest wenn die jeweiligen mobilen Endgeräte zum Einsatz kommen. Wie heute schon bei Homezones üblich, dürften die Kunden dazu nur bereit sein, wenn sie im Vergleich zur Nutzung des öffentlichen, allgemein verfügbaren Mobilfunknetzes zu Hause deutliche Preisvorteile erhalten. Das Telefonieren und Surfen per Femtozelle darf nicht teurer sein als vergleichbare Verbi ndungen über die Festnetze konventioneller Telefonnetz- oder Internetanbieter. Mobilfunkanbieter werden für ihre Femtozellen daher ähnliche Tarifkonditionen anbieten müssen wie heute für Homezones oder Festnetzkommunikation üblich.

Noch ist insbesondere bei den deutschen Netzbetreibern aber noch nicht abzusehen, ob diese entsprechende Angebote unterbreiten wollen. Die Einschätzungen dazu sind jedenfalls noch sehr zurückhaltend.

Praxisszenario für Internet-Provider

Nicht nur für Mobilfunkprovider ist die Femtozellen-Technik grundsätzlich interessant. Auch Internetprovider könnten sie dazu nutzen, den Mobilfunkanbietern Kunden beziehungsweise Gesprächs- und Surf-Minuten abspenstig zu machen.

Das technische Szenario sieht dann so aus: Zu Hause bucht sich das Handy des Teilnehmers in die Femtozelle ein, die der Internetprovider mit einer von ihm gelieferten Gateway-Box bereitstellt. Datenkommunikation läuft dann per Router über den vorhandenen Breitbandanschluss, Sprachkommunikation je nach installiertem Anschlusstyp und Tarifmodell übers konventionelle Telefonnetz (analog oder ISDN) oder per Voice over IP. Wie heute schon i m Festnetz üblich, wären VoIP-Verbindungen dabei noch günstiger als Gespräche übers klassische Telefonnetz – Letzteres hätte aber in puncto Sprachqualität und Ausfallsicherheit die Nase vorn.

Probleme durch Handover und Funklizenz

Ist in diesem Geschäftsmodell kein Mobilfunkanbieter beteiligt, hat dies aus technischer Sicht nur eine Einschränkung zur Folge: Ein Seamless Handover, also der automatische Wechsel zwischen öffentlichem Mobilfunknetz und privater Femtozelle, wäre nicht möglich. Das Handy müsste bei der Ankunft in der Homezone einen Netzwechsel durchführen.

Aus regulatorischer Sicht gilt für diese Variante zudem zu bedenken, dass klassische Internetprovider keine Lizenz für den Betrieb selbst miniaturisierter Funkzellen in den UMTS-Frequenzbereichen besitzen. Zumindest die Kooperation mit einem 3G-Lizenzinhaber (etwa als MVNO – Mobile Virtual Network Operator) wäre deshalb nicht zu vermeiden. Dann aber liegt auch das Angebot gemeinsamer Tarife und Geschäftsmodelle mit Handover- beziehungsweise Roaming-Mechanismen nicht mehr fern.


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