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Mini-UMTS-Funkzellen entmystifiziert

Was Sie über Femtocells wissen müssen

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von Hannes Rügheimer

Die ersten Femtocell Gateways

Gegenwärtig handelt es sich bei den bereits vorgestellten Femtozellen-Access-Points um Vorserienmodelle. Diese waren auf dem GSM World Congress aber bereits in reichlicher Anzahl zu begutachten:

Netgear stellte gemeinsam mit Nokia Siemens Networks das „Femtocell Voice Gateway DVG 834 GH“ vor. Es kombiniert eine HSDPA-taugliche Femtozellen-Basisstation, einen Breitband-Router mit ADSL2plus-Modem, einen WLAN-Access-Point nach 802.11g-Standard und einen 4-Port-Ethernet-Switch (10/100BaseT). Auch ein VoIP-Client nach SIP-Protokoll und eine zweistufige Firewall sind integriert.

Das Femtocell Voice Gateway DVG 834 GH von Netgear und Nokia Siemens Networks.
Das Femtocell Voice Gateway DVG 834 GH von Netgear und Nokia Siemens Networks.

Motorolas Femtocell Access Point 8000 fällt auf den ersten Blick durch sein Design auf. Auch die von ihm generierte Mini-Funkzelle unterstützt HSDPA, das Gerät ist jedoch als Zusatz zu einem bestehenden Breitband-Router gedacht. Wer zusätzlich einen WLAN-Access-Point nach 802.11b/g-Standard und integriertem VoIP-Client haben möchte, dem bietet Motorola das Schwestermodell „Femtocell Gateway 8100“ an. Diese Variante enthält dann auch einen 4-Port-Switch. Beson deren Wert legt Motorola auf seine Quality-of-Service-(QoS)Implementation, die vor allem für Sprachtelefonate über das System vorteilhaft sein dürfte.

Die Femtocell-Produkte aus Motorolas 8000er-Serie fallen durch ihr Design auf.
Die Femtocell-Produkte aus Motorolas 8000er-Serie fallen durch ihr Design auf.

Die britische Firma IP.access präsentiert ihren FemtoCell-Access-Point Oyster 3G. Das System unterstützt HSDPA bis zu 7,2 MBit/s und soll sich k252ünftig per Software auf HSUPA aufrüsten lassen. Die generierte Mobilfunkzelle unterstützt den Mobilfunk-Sprachverbesserungs-Codec AMR (Adaptive Multirate Coding) und spezielle Video-Streaming-Modi. Auch der Oyster 3G besitzt keine eigenen Router/DSL-Funktionen, sondern ist für den Anschluss an eine bestehende Breitbandverbindung konzipiert.

Der Femtocell-Access-Point Oyster 3G von IP.access unterstützt spezielle Sprach-Codecs und Video-Streaming-Modi.
Der Femtocell-Access-Point Oyster 3G von IP.access unterstützt spezielle Sprach-Codecs und Video-Streaming-Modi.

Ebenfalls in Großbritannien ansässig ist die Firma Ubiquisys. Ihr Femtocell Gateway heißt ZoneGate und versteht sich mehr als Systemplattform. Je nach Wünschen der Operator könne man WiFi, DSL, VoIP, Ethernet- und/oder USB-Ports einbauen, so der Hersteller. Die eingesetzte 3G-Funktechnologie unterstützt HSDPA und soll künftig auf HSUPA aufgerüstet werden können.

Ubiquisys versteht sein „ZoneGate“ als Baukastensystem für Mobilfunkbetreiber.
Ubiquisys versteht sein „ZoneGate“ als Baukastensystem für Mobilfunkbetreiber.

Preise oder Einführungstermine waren noch von keinem Hersteller zu erfahren. Die Gateways oder Access Points würden ohnehin von Mobilfunk- oder Internetprovidern im Rahmen entsprechender Vertragsoptionen beim Kunden installiert und daher wie in diesen Märkten üblich vom Anbieter stark subventioniert.

Praxiseinsatz aus Sicht der Mobilfunk-Provider

Die Femtozellen-Technologie hat ihre Ursprünge in der Mobilfunkbranche. Naheliegenderweise zielen die einschlägigen Hardware-Hersteller damit auf ihre traditionelle Kundschaft: Mobilfunkprovider. Das ist allerdings nicht unumstößlich – grundsätzlich können auch Internetprovider entsprechende Produkte und Tarife anbieten.

Für Mobilfunkanbieter bieten Femtozellen die Möglichkeit, ihren Kunden auch zu Hause oder an anderen stationären Einsatzorten (Büros, Ferienwohnungen und Ähnliches) einen schnellen Zugang zu ihrem Netz zur Verfügung zu stellen. Ist die heimische Femtozelle Bestandteil des Mobilfunknetzes, können UMTS-Geräte mit „Soft Handover“ auch bei laufender Verbindung zwischen den öffentlichen Zellen und der privaten Heimzelle wechseln.


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