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DVB-H mit Durchhänger

Vier Gründe, warum Handy-TV auch zur EM 2008 nicht startet

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von und Jürgen Liebherr

4. Technik - mehrere Übertragungsstandards zur Auswahl

Vor zwei Jahren wusste noch niemand so genau, in welche Richtung Handy-TV gehen wird. Die Platzhirsche Vodafone, T-Mobile und O2 priesen damals ihre (mäßig gut funktionierenden) UMTS-Netze an - wollten quasi auch das Fernsehen gleich auf dieser Welle mitreiten lassen. Die Ergebnisse waren dürftig (Sport- Schnipsel oder "Verliebt-in-Berlin"-Folgen) und im engeren Sinne kein Fernsehen. Denn die "Sendungen" waren eigentlich nur aufgezeichnet, also Streams.

Nur der unabhängige Provider Debitel schaffte es, zumindest einen einigermaßen funktionierenden Testbetrieb via DMB-Standard auf die Beine zu stellen. Das so genannte Digital Multimedia Broadcast war bereits im Jahr zuvor (2005) in Südkorea und China erfolgreich als digitaler Übertragungsstandard etabliert worden. In Deutschland konnten zahlungswillige Kunden zur WM 2006 vier TV-Programme in fünf Großstädten empfangen, heute gibt es in 16 Ballungsräumen auch nur fünf empfangbare Programme. Ein echter Sargnagel für DMB war 2007 der Beschluss der Europäischen Kommission, DVB-H als einheitliches europäisches System für Mobile TV zu empfehlen.

DVB-T kennt man vom terrestrischen TV-Empfang beziehungsweise. als PC-USB-Empfänger. Dass dieser Standard auch für Handy-TV praktikabel ist, hat kaum jemand glauben wollen - bis jüngst LG das DVB-T-Modell HB620T erfolgreich einführte. Nachteil bleibt jedoch der (zu) hohe Energieverbrauch, eine gewisse Störanfälligkeit (des Signals) sowie die eingeschränkte Programm-/Bandwahl.

DVB-H (Digital Video Broadcasting-Handheld) gilt als technische Weiterentwicklung des DVB-T-Standards. In Deutschland wurde zur IFA 2005 ein erster DVB-H Testlauf in Berlin durchgeführt. Eine offizielle Einführung des Übertragungsstandards sollte dann zur Fußball-WM 2006 erfolgen; letztendlich blieb es jedoch bei einem zeitlich befristeter Pilotversuch, an dem auch die vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber beteiligt waren. Seit Januar 2008 belegt DVB-H die Pole-Position im Rennen um den zukunftsträchtigsten Standard, kommt aber wie gesehen nicht aus den Startlöchern - schade! (hv)


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