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Mittelstands-IT

ERP-Problemkind Business ByDesign

Die SAP auf der Suche nach dem "Heiligen Gral"

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von Thomas Cloer
Die hoch gesteckten Erwartungen in seine Mietsoftware "Business ByDesign" hat SAP längst zusammengestrichen. Die Crux: Wie verdient man Geld mit Mittelständlern?

SAP hatte die gehostete Lösung Business ByDesign im Herbst vergangenen Jahres mit lautem Marketing-Getöse gestartet. Damals hieß es, man wolle bis Ende 2008 für die Software 1000 Kunden gewinnen und bis 2010 eine Milliarde Dollar Umsatz damit machen. Doch schon im April dieses Jahres wurden beide Vorhaben verworfen.

Die SAP-Doppelspitze Henning Kagermann und Léo Apotheker erklärte gestern in den USA, die Ursachen für die Verschiebung seien keineswegs technischer Natur, wie das "Wall Street Journal" in seinem Blog "Business Technology" berichtet. SAP weiß zurzeit einfach nicht, wie es mit Business-ByDesign-Kunden genug Geld verdienen kann. "Als Start-up können sie Geld verbrennen", sagte Kagermann den "WSJ"-Bloggern nach Ende des offiziellen Termins. SAP aber sei börsennotiert und müsse Jahr um Jahr Wachstum vorweisen.

Die Erwartungen an Business ByDesign hat die SAP längst reduziert.
Die Erwartungen an Business ByDesign hat die SAP längst reduziert.

Online-Softwarefirmen versuchen üblicherweise, durch das Gewinnen großer Kunden Geld zu verdienen. Je größer der Abschluss, desto höher der Return des Anbieters. Deswegen investieren die meisten SaaS-Firmen (Software as a Service) erheblich in ihren Großkundenvertrieb. SAP positioniert Business ByDesign aber als Lösung für den Mittelstand. Und musste wie die anderen Online-Softwarefirmen zuvor einsehen, dass es zu lange dauert und zu teuer ist, dieser Kundschaft etwas zu verkaufen.

Mit dem Unterschied, dass SAP keine Online-Software an große Firmen verkaufen will. Denn die haben längst die traditionelle Software des Walldorfer Konzerns im Einsatz. Um also Business ByDesign profitabel zu machen, arbeitet SAP daran, Marketing, Vertrieb und Support für die Lösung zu automatisieren. Sobald diese Nuss geknackt sei, so Kagermann, werde man in großem Maßstab mit Business ByDesign an den Markt gehen.

Die Automatisierung des Softwarevertriebs ist gewissermaßen der "Heilige Gral" der Online-Software. Bislang weiß niemand, wie das sinnvoll zu machen wäre. Apotheker zufolge macht SAP bei dem Vorhaben Fortschritte. In welche Richtung, wird aber natürlich nicht verraten - Feind hört schließlich mit im Web 2.0.


(2 Beiträge), 
Kommentieren
peppermind
Und so ein Mann leitet nun so ein großes Unternehmen. Das hat er vorher nicht gewußt? Die SAP hat so große Probleme mit Business ByDesign, daß sie es sich gar nicht trauen kann, Marketing dafür zu machen. Sie sind momentan froh, daß es keiner will - sonst wären die Probleme noch größer. Ich frage mich, was für ein Unternehmen schlimmer ist - eine unfähige Führung oder Analysten, die jeden Unsinn glauben. Kagermann kauft sich lieber die 100.000 Kunden zusammen, die er haben muß, um als CEO fett abzusahnen, als daß er sie selbst erschafft. zum Beitrag

Marx1000
Was für ein Armutszeugnis. Seit über 10 Jahren kriegt es die große SAP nicht hin, sich den Mittelstand zu erschließen. Es ist inzwischen die gefühlte dreizehnte Mittelstandsinitiative. Da muss man sich natürlich Umsatz und Gewinn anderswo holen, bei der Wartung zum Beispiel. Macht ja aber nix, ist ja im Wesentlichen dieselbe Zielgruppe - der Mittelstand. Egal, ob das, was da angeboten wird, überhaupt gebraucht wird. Mal ganz davon abgesehen, wer eigentlich für die aufgeblähte IT-Landschaft verantwortlich ist. Aber, es hatte ja schon immer Charme, sich seinen Umsatz selbst zu generieren! Ein ganz klarer Fall von krassem Managementversagen inklusive Strategieabsenz. Die Halbierung des Börsenkurses seit Beginn der Ära Kagermann passt da, wie die Faust auf&s Auge! Ob diese Leistungen rund 5 Mio Euro im Jahr wert sind? zum Beitrag


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