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Mittelstands-IT
PayPal, giropay, Moneybookers und Co.

Aktuelle Bezahlverfahren im Internet

17.06.2008
Autor(en): Moritz Jäger und Matthias Sternkopf, Matthias Sternkopf (mst).
PayPal, Moneybookers, Wirecard, Geldkarte, ClickandBuy, Paysafecard - Online-Shopper können zwischen immer mehr Bezahlverfahren wählen. Wir zeigen die Vor- und Nachteile der Bezahlverfahren auf.

Das Einkaufen im Internet boomt ? und ein Ende ist nicht abzusehen. 2006 hat sich die Anzahl der Einkäufer gegenüber 2003 mit 38 Prozent fast verdoppelt mit weiterhin steigender Tendenz. Kein Wunder, günstige Preise und Rund-um-die-Uhr-Einkaufsmöglichkeiten locken die Kunden. Da Waren auch im Internet nicht umsonst sind, stellt sich für Webshop-Betreiber wie auch für Kunden die Frage nach der Bezahlung.

Laut Bitkom ist die Lage eindeutig: 38 Prozent der deutschen Nutzen Lastschriftverfahren und Überweisung. Dahinter kommt die Zahlung per Rechnung mit 20 Prozent, gefolgt von Kreditkarte und Nachnahme (20 beziehungsweise 17 Prozent). Diese Verfahren sind ausgereift und haben sich mittlerweile etabliert. Sie sind Bestandteil nahezu jedes Webshops.

Studie: Nach wie vor ist die Überweisung und Lastschrift die Lieblings-Bezahlweise. (Quelle: BITKOM)
Studie: Nach wie vor ist die Überweisung und Lastschrift die Lieblings-Bezahlweise. (Quelle: BITKOM)

Seit einigen Jahren etablieren sich aber neue Bezahlmethoden, die sich gegenüber Lastschrift und Co. absetzen und speziell auf die Anforderungen des eCommerce zugeschnitten sind. In unserem Artikel wollen wir Ihnen vier etablierte Verfahren vorstellen.

Vor- und Nachteile herkömmlicher Zahlverfahren

Die Vorteile der herkömmlichen Zahlverfahren ist ihre Einfachheit. Wer Bargeld hat, kann per Nachnahme shoppen, ganz ohne Konto. Sobald ein Giro-Konto besteht, ist der Einkauf per Lastschrift oder Überweisung als Vorauskasse problemlos möglich. Nummer vier, die Zahlung per Kreditkarte, ist inzwischen auch weiter verbreitet, seit sich Kreditkarten auch in Europa immer mehr etablieren. Weitere Konten oder zusätzliche Informationen sind meist nicht notwendig.

Allerdings bringen die Systeme auch Nachteile mit sich. Denn all diese Zahlverfahren wurden ursprünglich nicht für das Internet entwickelt. Phisher und andere Verbrecher zielen in erster Linie auf Kontodaten und Kreditkarteninformationen, denn wenn sie erst einmal die Kontrolle über die Konten haben, stehen ihnen die Geldbeutel der Kunden offen.

giropay - die neue Art der Überweisung

Neue Art der Überweisung: Bei giropay wickeln die Banken über ihr Online-Portal die Zahlungen ab. (Quelle: giropay)
Neue Art der Überweisung: Bei giropay wickeln die Banken über ihr Online-Portal die Zahlungen ab. (Quelle: giropay)

giropay wurde von deutschen Kreditinstituten speziell für Online-Bezahlungen entwickelt. Hinter dem Dienst stehen die Sparkassen, die Postbank, sowie die Finanz-IT-Dienstleister Fiducia und GAD.

Der Dienst funktioniert ähnlich wie das weiter unten vorgestellte PayPal und arbeitet als Mittelsmann zwischen Käufer und Verkäufer. Entschließt sich ein Kunde zur Zahlung per giropay, gibt er die Bankleitzahl seiner Bank ein und wird auf deren Online-Portal weitergeleitet. Dort meldet sich der Nutzer mit seinem Passwort und seiner PIN an.

Anschließend wird das Überweisungsformular mit allen relevanten Daten noch einmal aufgezeigt. Der Nutzer bestätigt nun die Überweisung mit einer TAN aus seinem Online-Banking-Bestand. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine normale TAN, eine iTAN oder eine mTAN handelt.

Vor- und Nachteile

giropay könnte man als Überweisung 2.0 bezeichnen. Zu den Vorteilen gehört unter anderem die sichere Abwicklung für Kunden, da sie ihre Daten selbst nicht eingeben müssen und die eigentliche Transaktion über das geschützte Portal der Bank abgewickelt wird. Zudem bietet giropay einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil. Sobald die Transaktion abgeschlossen ist, erhält der Shop-Betreiber eine entsprechende Nachricht und kann die Ware abschicken. Die Wartezeit zwischen abschicken der Überweisung und Empfangen des Geldes fällt so weg.

Die Nachteile sind, dass giropay gegen Phishing ebenso anfällig ist, wie das Konto des Besitzers, da die TANs sowie die Zugangsdaten dieselben sind. Auch sind die Kosten für den Verkäufer nicht transparent aufgeschlüsselt. Auf Nachfrage konnte giropay keine genauen Angaben zu den Kosten machen. Der Web-Shop-Betreiber und der Acquirer, der den Shop an das System anschließt, verhandeln laut giropay jeweils individuell über die Provision. Laut dem Hersteller lohnt sich das Verfahren für alle Shops, die Bestellungen primär per Überweisung abwickeln.

Derzeit ist der Dienst noch nicht allzu weit verbreitet, der Anbieter-Check zählt insgesamt 360 Einträge. Die Zahl täuscht allerdings ein wenig, da auch Anbieter wie PayPal oder ClickandBuy den Dienst ihrerseits wieder als Zahlungsmittel akzeptieren. Im Ausland dagegen ist giropay so gut wie unbekannt. Voraussetzung für den Käufer ist zudem, dass sein Kreditinstitut giropay unterstützt.

Fazit

giropay ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber der herkömmlichen Überweisung. Der Bezahldienst ist für Kunden sicherer, da die eigentlichen Bankdaten in den Händen der Kunden bleiben. Auch als Shopbetreiber lohnt sich das Verfahren, da man sofort über die Tranksaktionen. Negativ fällt allerdings das Gebührenmodell von giropay auf. Hier gibt es keine festen Preise, so dass man selbst bei den einzelnen Acquirern nachfragen muss. Wer vor allem im Inland seine Geschäfte abwickelt, sollte sich das Verfahren genauer ansehen. Zumindest für das Open-Source-Shopsysteme osCommerce gibt es ein spezielles Modul, in xt:Commerce kann giropay über indirekt über PayPal oder Moneybookers einbinden.


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