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Mittelstands-IT
ERP im Mittelstand

Betriebswirtschaftliche Software als Wettbewerbsvorteil

21.05.2008
Autor(en): Michael Gottwald, Geschäftsführer der Marktforschungs- und Beratungsfirma Softselect und langjähriger ERP-Kenner.
Unternehmensapplikationen sollen längst nicht mehr nur die Prozesse eines Unternehmens abbilden und steuern. Vielmehr verfolgen immer mehr mittelständische Firmen das Ziel, die eigene Position im internationalen Wettbewerb zu stärken und Wachstumshemmnisse zu beseitigen.

Firmen wollen sich mit ERP-Software strategische Vorteile verschaffen. Der Weg dahin führt oftmals zunächst über die Senkung der Prozess- und Betriebskosten, mehr Flexibilität innerhalb der IT sowie der gesamten Ablauforganisation und die Öffnung der Geschäftsapplikationen, um sie mit anderen Systemen interagieren zu lassen. Verbessern wollen Unternehmen darüber hinaus die Qualität von Entscheidungen. Analyseinstrumente, die sämtliche Kennzahlen der relevanten Unternehmensbereiche aggregieren und aufbereiten, sollen die Anwender bei Investitionsentschlüssen unterstützen.

Individualsoftware ersetzen

In einem Unternehmen, das seine über Jahre weiterentwickelte, monolithische Individualsoftware ersetzen möchte, sind die Erwartungen jedoch ganz andere als bei einem Betrieb, der bereits vor der Jahrtausendwende eine ERP-Standardsoftware eingeführt hat und heute zur zweiten Produktgeneration wechseln will. In letzterem Fall steht etwa die Optimierung der Produktionsplanung sowie die Integration einer Business-Intelligence-Lösung oder eines Dokumenten-Management-Systems im Fokus. Dem Nutzer der Individuallösung geht es indes darum, Finanzbuchhaltung, Personalwesen und die Produktion zu verzahnen sowie Excel als Kalkulationswerkzeug zurückzudrängen.

Strategische Überlegungen

Die Demmel AG hält an dem eingeschlagenen Weg in Sachen ERP fest. Im Zuge des Release-Wechsels führte das Unternehmen eine Fertigungsfeinplanung ein.
Die Demmel AG hält an dem eingeschlagenen Weg in Sachen ERP fest. Im Zuge des Release-Wechsels führte das Unternehmen eine Fertigungsfeinplanung ein.

Firmen lassen sich bei ihren Softwareinvestitionen nicht mehr nur vom betriebswirtschaftlichen Kalkül leiten. ERP hat im deutschen Mittelstand eine zentrale strategische Bedeutung gewonnen. Die Applikationen gestatten es nicht bloß, interne Abläufe zu steuern, sondern eignen sich auch dazu, Firmen, Lieferanten, Kunden und Partner in ein Wertschöpfungsnetz einzubinden.

Moderne Software-Architekturen erlauben es Unternehmen, sich von der Abhängigkeit von einzelnen Systemanbietern beziehungsweise Produkten zu befreien. Das Konzept Service-orientierter Architekturen bietet die Chance, unterschiedliche Softwareprodukte mit weit weniger Aufwand als früher miteinander zu koppeln. Dies könnte dem Entwurf von Best-of-Breed-Umgebungen zu einer Renaissance verhelfen. Best of Breed besagt, für verschiedene Aufgaben jeweils das beste System am Markt zu wählen. In der Vergangenheit waren solche Überlegungen teilweise daran gescheitert, dass die Integration unterschiedlicher Software zu kostspielig war.

Ganz gleich, welche Ziele die Unternehmen mit der ERP-Einführung oder -Migration im Detail verknüpfen, eines haben alle Vorhaben gemein: Firmen wollen die eigene Ausgangssituation verbessern. Unterschiedlich ausgeprägt sind hingegen die Möglichkeiten dazu.


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