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Software Infrastruktur
Neues von der EclipseCon 2008

Die Zukunft von Eclipse heißt e4

20.03.2008 um 13:37 Uhr
Die Software-Entwicklungsplattform Eclipse will sich für die Zukunft stärker in Richtung Web ausrichten und soll weniger komplex werden.

Auf der Fachkonferenz EclipseCon 2008 stellte das Open-Source-Projekt seine Pläne für die kommende Version 4.0 von Eclipse ("e4") vor, die in etwa zwei Jahren erscheinen soll. "Ich denke, die Eclipse Code Base muss sich unbedingt hinausbewegen ins Web und sich in diesem Bereich etablieren, denn die Welt verändert sich", sagte Mike Wilson, im Eclipse Project Management Committee zuständig für Platform and Incubator Projects, in seiner gestrigen Präsentation.

Dazu gelte es unter anderem, die Entwicklung von Plug-ins auch über andere Sprachen als Java hinaus zu ermöglichen. "Wer kein Java-Programmierer ist, kann im Augenblcik auch keine Plug-ins bauen", so Wilson weiter. Für e4 sollen auch Skriptsprachen stärker integriert werden, gewünscht sind derzeit Unterstützung für JavaScript und ActionScript.

Weitere Schwerpunkte der Weiterentwicklung sollen ein besserer Desktop, einfachere Modifikation und die Beseitigung von "Schmerzpunkten" sein. Wilson betonte aber, dass das Projekt natürlich offen für externe Vorschläge aus der Community sei und die gezeigten Stoßrichtungen nur ein Rohkonzept.

Ebenfalls in e4 einfließen sollen Ideen aus der Eclipse Rich Ajax Platform für interaktive Web-Applikationen. Das für e4 geplante Anwendungsmodell solle ein wohldefiniertes und -dokumentiertes Set von Services und eine RESt-ful (Representational State) Architektur umfassen.

Der Executive Director von Eclipse, Mike Milinkovitch, kündigte zudem den diesjährigen Release-Train "Ganymede" mit synchronisierter Veröffentlichung neuer Version von insgesamt 24 Eclipse-Projekten für den 25. Juni 2008 an. Die Trains der Vorjahre hörten auf die Namen "Europa" (2007) und "Callisto" (2006).

Eine erste, wenn auch noch vorsichtige Annäherung gibt es außerdem zwischen Eclipse und Microsoft zu vermelden. Microsoft will Unterstützungsarbeit dabei leisten, dass das Standard Widget Toolkit (SWT) von Eclipse künftig auch die Windows Presentation Foundation (WPF) nutzen kann. Java-Entwickler sollen so leichter Programme schreiben können, die im nativen Look & Feel von Vista daherkommen. Außerdem sollen im Bereich Identity Management das Eclipse-Projekt "Higgins" und Microsofts "CardSpace" miteinander verzahnt werden. Eclipse beitreten wollte der Redmonder Konzern aber offenbar noch nicht, auch wenn das vielleicht so mancher im Stillen erhofft hatte. (tc)



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