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Jahresrückblick 2008

IT-Branche fährt Achterbahn

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von Martin Bayer, COMPUTERWOCHE-Redakteur und Alexander Freimark
Das Jahr 2008 war großes Kino: Rasanter Aufschwung und deprimierende Krise wechselten einander ab. Für Hollywood fehlte nur das Happy End.

Nach den ersten 31 Tagen hätte der Schiedsrichter das Jahr 2008 eigentlich locker abpfeifen können, denn es keimte der Verdacht: Das wird nicht besser. Schließlich bot der Januar alles, was einen extrem spannenden Monat ausmacht - teure Übernahmen (Oracle kauft Bea Systems und Sun kauft MySQL), glamouröse Prominente (Bill Gates verabschiedet sich auf der Consumer Electronic Show), menschliche Abgründe (Nokia zieht von Bochum nach Rumänien), Crash der internationalen Börsen, hinterhältige Verräter (Blu-Ray: Warner fällt HD DVD in den Rücken; Hornbach und Hellmann fallen SAP in den Rücken) und natürlich jede Menge sexy Toys (Apple stellt das MacBook Air vor; Asus Eee PC kommt in Deutschland auf den Markt).

Allerdings wurde im Januar auch die Saat des (ökonomischen) Verderbens gelegt, buchstäblich in diesem Artikel: "Fünf-Milliarden-Banker umgeht Software für das Risiko-Management". Um diese Schlagzeile im historischen Kontext einordnen zu können, sei darauf hingewiesen, dass fünf Milliarden Dollar vor einem Jahr noch richtig viel Wert waren. Und dass die Meinung vorherrschte, Risiken mit Software managen zu können. Ein 31-jähriger Händler der französischen Großbank Société Générale hatte damals Handelspositionen von insgesamt etwa 50 Milliarden Euro aufgebaut und seine Aktionen vor dem Risikomanagement der Bank geheim gehalten. Manager des Finanzkonzerns behaupteten anschließend, dass sich der Händler in das Computersystem "gehackt" und die Kontrollmechanismen für seine Geschäfte aufgehoben hatte. Er wollte vermutlich seine durch die Börsenbaisse aufgelaufenen Verluste vertuschen.


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