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Gartner

Finanzkrise torpediert IT-Budgets

14.10.2008 um 11:53 Uhr
Autor(en): Martin Bayer, COMPUTERWOCHE-Redakteur.
Die Marktforscher von Gartner haben ihre Prognosen für die Entwicklung der weltweiten IT-Ausgaben im kommenden Jahr deutlich nach unten korrigiert. Einen Einbruch wie nach dem Platzen der Dotcom-Blase soll es allerdings nicht geben.

Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten werden in den IT-Budgets des kommenden Jahres ihre Spuren hinterlassen, lautete das Fazit der Gartner-Analysten auf dem ITxpo-Symposium in Orlando, Florida. Ursprünglich gingen die Marktforscher davon aus, dass die weltweiten IT-Ausgaben 2009 gegenüber dem laufenden Jahr um 5,8 Prozent zulegen werden. Nun rechnen die Auguren nur noch mit einem Plus in Höhe von 2,3 Prozent.

Diese Zahl bedeute das schlimmste vollstellbare Szenario, sagt Peter Sondergaard, Senior Vice President von Gartner. Besonders betroffen von den Einschnitten in die IT-Budgets seien die in Sachen IT bereits weit entwickelten Wirtschaften der westlichen Industrieländer. Während die Wachstumskurve in den USA und Japan im nächsten Jahr flach ausfallen werde, sei in Europa sogar mit geringeren IT-Ausgaben als noch im laufenden Jahr zu rechnen. Sondergaard zufolge sind allerdings auch Regionen, die in den zurückliegenden Jahren ein starkes Wachstum ihrer IT-Ausgaben verbuchen konnten, nicht immun gegen die Folgen der Finanzkrise.

Von einer Katastrophe wollen die Gartner-Analysten indes nicht sprechen. Es habe schon dramatischere Zeiten für die IT-Industrie gegeben, beispielsweise nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2001. Damals seien die IT-Ausgaben deutlich stärker eingebrochen, erinnert sich Sondergaard. Heute herrschten andere Voraussetzungen. Die Manager und IT-Verantwortlichen hätten ihre Lektionen aus der Vergangenheit gelernt und würden nicht blindlings den Rotstift ansetzen, geben sich die Marktforscher zuversichtlich. Außerdem spiele die IT heute eine wesentlich aktivere Rolle im Geschäft vieler Unternehmen als noch vor wenigen Jahren. Von einem Cost-Center im Back-Office habe sich IT zu einem fest integrierten Element in vielen Business-Prozessen entwickelt. Darüber hinaus gebe es in den meisten Firmen über Jahre hinweg angelegte IT-Programme, die zudem eng mit der Geschäftsentwicklung gekoppelt seien. An dieser Stelle seien Einschnitte kaum möglich, ohne das Risiko eines Scheiterns dieser Programme in Kauf zu nehmen.


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