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IT-Strategie
CeBIT 2009

Willkommen in der "Webciety"



Plug-and-Play statt Messestand

CW: Aber ist eine solche Web-2.0-Welt mit ihren auch gesellschaftlichen Auswirkungen auf einer Messe wirklich abbildbar?

Raue: Zunächst geht es uns nicht darum, hip zu sein, sondern die Weiterentwicklung des Marktes aufzugreifen. Wir müssen diese Entwicklung in die Messe einbinden, ansonsten würde der CeBIT künftig etwas fehlen. Und deshalb wollen wir langfristig dem Internet eine reale "Homebase" bieten (Einen Vorgeschmack auf den digitalen Messestand finden Sie hier). Die Umsetzung ist aber anders als bei der herkömmlichen Ausstellung. Wir brauchen neue Instrumente. In der Webciety Area in Halle 6 werden die Aussteller ohne Messebauer auskommen, sondern nur ihren Laptop mitbringen und den Stand damit "bespielen". Wir haben sozusagen die Plug-and-Play-Präsentation entwickelt.

CW: Was steht im Vordergrund: Anregungen für neue Geschäftsmodelle oder eine Übersicht über Dienste im Web?

Raue: Wir wollen zunächst in einem übersichtlichen Rahmen interessierten Unternehmen zeigen, wie sie ihr Geschäft mit Hilfe des Webs anders machen können, was innovative Ideen, Prozesse und Werbung betrifft. Zugleich ist es eine Chance für Startups, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wir stehen vor einer neuen Nutzung von IT, die die kommenden Jahre ganz massiv prägen wird. Die CeBIT ist der beste Ort auf der Welt, um diese Entwicklung aufzuzeigen.

Internet 2010 - die CeBIT als Web-Veranstaltung

CW: Könnten Sie sich auch eine virtuelle CeBIT vorstellen? Dieses Jahr hatten Sie ja schon einen Versuch in Second Life gestartet.

Raue: Wir arbeiten intensiv daran und investieren derzeit große Beträge in eine neue Web-Plattform. Auf ihr wollen wir begleitend zur Messe ganzjährig IT-Themen vorantreiben. Ziel ist es, unsere Stärken aus unseren realen Messen in die virtuelle Welt zu transferieren. Denkbar ist auch, Inhalte und Angebote mit den jeweils aktuell laufenden CeBITs in Australien oder Eurasia zu koppeln.

CW: Wann wird diese Plattform kommen?

Raue: Sie ist heute schon zum Teil verfügbar. Wir entwickeln sie derzeit unter dem Projektnamen "Internet 2010" weiter.

CW: Geht es Ihnen auch darum, eine Art Social Network für IT-Interessierte aufzubauen? Nur Produkte und Aussteller darzustellen wäre doch sicher zu wenig.

Raue: Derzeit bildet unsere Website in erster Linie den Messekatalog ab. Das wird auch 2009 noch so sein. Künftig wollen wir aber einen Marktplatz schaffen, der nicht nur Produkte präsentiert, sondern auch die dazugehörigen Dienstleistungen, Diskussionen, Veranstaltungen und Informationen.

CW: Sie hatten bereits 2007 die Initiative "CeBIT Next" vorgestellt, hinter der sich ein Chat- und Innovationsideen-Portal für Besucher und Aussteller verbarg. Wie haben sich diese Aktivitäten weiterentwickelt?

Raue: Die Initiative ging damals von IBM aus und wurde von den Besuchern gut angenommen. Die Erfahrungen und Fragen aus diesem Versuch fließen in die Entwicklung von Internet 2010 mit ein.


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