computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


IT-Strategie
IT-Modernisierung

Wie die VW-Bank Altsysteme auf Trab bringt

25.07.2008 um 11:24 Uhr
Autor(en): Wolfgang Herrmann.
Mit Hilfe von Analyse-Tools modernisiert die VW-Tochter Volkswagen Financial Services ihre in die Jahre gekommenen Kernanwendungen.

Sechs Millionen Code-Zeilen, rund 1600 Cobol- und 1900-Assembler-Programme: Aus diesen Komponenten besteht Bessy, eine über Jahrzehnte gewachsene Anwendung, mit der Volkswagen Financial Services (FSAG) fachliche Prozesse im Retail-Versicherungsbereich abdeckt. Andere Kernprozesse für das Banking steuert das Unternehmen mit den ebenfalls eigenentwickelten Großrechner-Applikationen Kredis und Leasis. Das Problem: Neue Produkte, Tarifmodelle und gesetzliche Änderungen erfordern laufend Anpassungen an den komplexen Systemen (siehe auch: Wie Sparkassen ihre IT modernisieren).

Mit einer Bilanzsumme von 43,9 Milliarden Euro und einem Bestand von rund 4,6 Millionen Verträgen ist die FSAG der größte Finanzdienstleister aus dem Automobilsektor in Europa. Von den weltweit rund 5.022 Beschäftigten arbeiten 3.602 in Deutschland. Das in Braunschweig ansässige Unternehmen offeriert ein breites Spektrum an Produkten, zu denen neben der Fahrzeugfinanzierung und dem Leasing auch das Direktbankgeschäft, das Fuhrpark-Management und Versicherungen gehören. Neu- und Gebrauchtwagenkäufer erhalten auf Wunsch zu ihrem Fahrzeug ein "All-inclusive"-Paket, das eine Reihe abgestimmter Finanzdienstleistungen umfasst. Sie reichen von der Kaufpreisfinanzierung über Versicherungen bis hin zu erweiterten Garantie- und Wartungsleistungen.

Eine Ablösung von Bessy kommt für die VW-Bank trotzdem nicht in Frage. "Es gibt keine Standardlösung, die die Anforderungen im Bereich Versicherung komplett abdeckt", erläutert Peter Just, Leiter des Technik-Teams Versicherungssysteme. Die Anforderungen an ein solches System seien zu komplex. "Insbesondere die Abbildung der aus Bank- und Versicherungsleistungen bestehenden neuen Kombi-Produkte ist sehr aufwändig. Hier können wir uns mit einer individuell entwickelten Applikation wie Bessy zurzeit besser gegenüber dem Wettbewerb positionieren."

Dennoch stellen die notwendigen Änderungen die IT-Organisation immer wieder vor Probleme. "Die Herausforderung besteht darin, den großen Umfang und die komplexen Strukturen der Lösung mit dem Bedarf an aktuellen Änderungen in Einklang zu bringen", erklärt Marko Genzel vom Technik-Team I-SEQ bei der FSAG. Derzeit gibt die IT jedes Jahr zirka zwölf neue Releases frei. Die Anwendungsentwicklung muss dabei insbesondere sicherstellen, dass die notwendigen Änderungen am Code nicht Störungen oder Fehler in anderen Bereichen der Software auslösen. Genzel: "Ein Programmierer kennt zwar den Bereich, den er bearbeitet sehr gut, er kann aber bei einer derart umfangreichen Anwendung oft nicht überschauen, dass diese Module unter Umständen von weit entfernten Programmteilen aufgerufen werden." Hinzu kommt, dass die erste Generation der an der Systementwicklung beteiligten Programmierer das Unternehmen bereits verlassen hat (siehe auch: Von Legacy zu SOA).


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

IT-STRATEGIEN: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Wie steht es um Ihr Projekt? Wie steht es um Ihr Projekt? Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich der Zustand jedes IT-Projekts checken. Dazu brauchen Sie nur Papier und Bleistift.  weiter
Prozesse auf dem Prüfstand Prozesse auf dem Prüfstand Exagon hat anhand von zehn Fragen einen Quickcheck entwickelt, der die zentralen Schwierigkeiten des Anforderungs-Managements offen legen hilft.  weiter
DSAG contra SAP DSAG contra SAP Nachbesserungen am Enterprise-Support reichen der Deutschen SAP-Anwender-Gruppe nicht. Sie fordert von der SAP nach wie vor einen optionalen Support. weiter
Flexibel um jeden Preis? Flexibel um jeden Preis? Dass die IT flexibel und agil sein soll, gilt als ausgemacht. Aber Flexiblität an der falschen Stelle kostet unnötig Geld oder behindert sogar. weiter
Was kommt nach der Krise? Was kommt nach der Krise? Die Wirtschaftskrise lähmt. Nur wenige Manager beschäftigen sich mit der Zeit nach der Rezession. Genau das wäre für die IT lebenswichtig. weiter
Wie steht es um Ihr Projekt? Prozesse auf dem Prüfstand DSAG contra SAP Flexibel um jeden Preis? Was kommt nach der Krise?
MEHR ZUM THEMA IT-STRATEGIE
  • Artikel
  • Whitepaper
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security