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IT-Strategie
Nocens Executor

Woran man einen schlechten CIO erkennt



Unter einer Decke mit den Anbietern

Wie Bojonny zu berichten weiß, zeigen schlechte CIOs bestimmten Anbietern gegenüber eine gewisse Großzügigkeit. Als Beleg dafür schildert der Applikations-Manager die obskuren Begleitumstände eines Beratervertrags. Gegenstand des Abkommens war die Entwicklung eines Disaster-Recovery-Plans: "Das Unternehmen hat eine Menge Geld dafür bezahlt, und ein Jahr später gab es immer noch keinen Plan." Vielmehr habe der beauftragte Berater jede Menge Studien und Analysen angefertigt, aber nichts Konkretes getan: "Und niemand stellte das in Frage." Skepsis ist immer dann angebracht, wenn der CIO bei einem Anbieter, den er empfiehlt, früher selbst gearbeitet hat. Um den bevorzugten Hersteller ins Haus zu holen, lassen schlechte CIOs offenbar schon mal ein ursprünglich gewähltes Alternativ-Equipment so lange detailliert austesten, bis es unweigerlich doch die eine oder andere Schwachstelle entblößt.

Wolf im Schafspelz

Zudem scheren sich schlechte CIOs wenig um die Empfehlungen und Sorgen, die ihnen aus der IT-Abteilung zugetragen werden. Sie tun zwar so, als ob sie zuhören würden, aber sie machen trotzdem, was sie wollen. Beispielsweise werden die IT-Mitarbeiter gebeten, eine bestimmte Software zu evaluieren. Sie investieren Zeit und Energie in die Entwicklung eines Fragenkatalogs, mit dem der Anbieter konfrontiert werden soll. Und der CIO empfiehlt die Anschaffung des Produkts, ohne die Antworten abzuwarten.

Lauter lose Enden

Wenn die Projekte häufiger den Marsch ins Tal antreten, als den Gipfel des Erfolgs zu erklimmen, besteht der berechtigte Verdacht, dass der Bergführer keine Ahnung von der Route hat. Einen schlechten CIO erkennt man auch daran, dass er nichts von dem, was er beginnt, zu Ende bringt. Seine Zeitpläne stimmen hinten und vorn nicht. Und wenn er dabei auf die Ignoranz seiner Vorgesetzten vertrauen kann, hat er das Revier bereits geräumt, bevor das irgendjemandem auffällt. (qua)

Indizien-Checkliste

Sei wollen wissen, ob Ihr CIO ein Nocens oder ein Bene Executor ist? Wenn Sie auch nur jede zweite der folgenden zehn Aussagen unterschreiben können, sollten Sie entweder überlegen, wie Sie Ihren Vorgesetzten loswerden, oder sich gleich einen neuen Job suchen:

  1. Ihr CIO verspricht viel und hält wenig.

  2. Er ist außerstande, die Ziele des Unternehmens und seine Strategie während einer Liftfahrt zusammenzufassen.

  3. Verantwortung übernimmt er nicht für Probleme, sondern nur für Erfolge.

  4. Er kann seine Mitarbeiter nicht motivieren, zieht keine guten Leute an oder kann sie zumindest nicht halten.

  5. Er konzentriert sich gern auf Projekte, die sich gut im Lebenslauf machen, und vernachlässigt dafür die unternehmenskritischen Vorhaben.

  6. Beim Management schleimt er sich ein, indem er den leitenden Mitarbeitern Blackberries oder neue Laptops gibt.

  7. Projekt-Management betrachtet er als reine Zeitverschwendung. Oder aber er verwendet 90 Prozent der Projektzeit für die Planung, so dass die Implementierung zu kurz kommt.

  8. Er ist außerstande, Projekte sinnvoll zu priorisieren.

  9. Er bürdet den Mitarbeitern Projektverantwortung auf, ohne sie mit Weisungsbefugnis auszustatten und tatkräftig zu unterstützen. Im Fall eines Misserfolgs ist dann der Projektleiter schuld

  10. Er tritt jeden Monat für eine neue Management-Theorie ein. Oder er kennt nur eine Theorie und wendet sie blindlings an.



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