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IT-Services

Offshoring: Deutschland hinkt hinterher



Standardisierung fehlt häufig

Andreas Stiehler, Berlecon: Am deutschen IT-Servicemarkt kann man sich die Zähne ausbeißen.
Andreas Stiehler, Berlecon: Am deutschen IT-Servicemarkt kann man sich die Zähne ausbeißen.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele mittelständische Anwender ihre Prozesse und Services nicht klar definiert und standardisiert haben. Das aber ist die Voraussetzung, um das entfernte Serviceteam so anzuleiten, dass das Projekt über verschiedene Kommunikationswege, Ländergrenzen und Sprachen hinweg funktioniert. Das gilt auch für die IT-Dienstleister. Nach Ansicht von Stiehler reicht es heute nicht mehr, nur Offshore-Ressourcen aufzubauen. "Die verlängerte Werkbank hat ausgedient". Vielmehr müssten die IT-Dienstleister länderübergreifend standardisierte IT-Services anbieten, um nennenswerte Kostenvorteile zu erzielen. Vor dem damit verbundenen Aufwand schrecken viele Anbieter zurück. Die Verlagerung von Tätigkeiten in Niedriglohnländer zwingt sie jedoch dazu, meint Stiehler: "Speziell für kleinere IT-Dienstleister hat Offshoring oft einen entscheidenden Nebeneffekt: Sie bekommen dadurch ihre Prozesse in den Griff."

Projekte sind oft zu kleinteilig

Ansonsten lohnt sich ein Offshoring für Mittelstandsprojekte meist nicht, weil diese in der Regel wesentlich kleinteiliger sind als im Großkundensgement: "Wenn wir mit 400 bis 500 Mann SAP einführen, umfassen die Entwicklungsthemen meist 50 bis 100 Manntage, hinter denen sich wieder zehn Einzelaktivitäten mit jeweils zehn Manntagen verbergen", erläutert Herbert Vogel, Vorstandsvorsitzender des mittelständischen SAP-Dienstleisters Itelligence. "Hinzu kommt: Der Mittelstand spricht Deutsch, man muss also alles ins Englische übersetzen und umgekehrt. Außerdem gibt es unterschiedliche Zeitzonen. Man braucht ein Projekt-Management, dann muss das Ganze noch überwacht und mit einer Qualitätskontrolle versehen werden. "All das verursache einen Aufwand, der sich bei kleinteiligen Projekten nicht rechne. "Um die Kosten signifikant zu senken, benötigt man schon ein Paket mit 400 Manntagen Entwicklung", so Vogel.

Auch der Automatisierungsgrad spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Mit der zunehmenden Standardisierung von Services wird Offshoring zwar auch im Mittelstand einfacher und unproblematischer. Gleichzeitig schwinden dadurch aber die im Niedriglohnland erzielten Kostenvorteile. "Viele Managed Services sind bereits so stark automatisiert, dass sich ein Offshoring kaum noch lohnt", so Stiehler.



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