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Inder profitieren vom Offshore-Trend in Europa

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Durch ihre lokale Präsenz und höherwertige Services erhöhen die Anbieter ihre Chancen in der Alten Welt.

Der Offshore-Trend greift auch in der Alten Welt immer stärker um sich. Verglichen mit US-amerikanischen und britischen Firmen sind die Kontinentaleuropäer zwar nach wie vor zurückhaltend. So schrecken viele Anwender angesichts politischer Sensibilisierung, Fragen des Arbeitsrechts, Sprachbarrieren und kultureller Unterschiede noch vor dem Auslagern in Niedriglohnländer zurück. Den Analysten von Gartner zufolge schafft die zunehmende Globalisierung jedoch neue Realitäten, denen sich langfristig niemand entziehen könne.

Dabei entwickeln sich die indischen IT-Dienstleister zu einer immer größeren Konkurrenz für ihre europäischen Wettbewerber (siehe auch "Indiens Offshorer stoßen an ihre Grenzen"). Auch wenn sich ihre Erfolge bislang hauptsächlich auf kleinere Deals beschränken, gelingt es ihnen zusehends, auf dem traditionell schwierigen Kontinent Fuß zu fassen. Vor allem die Verstärkung ihrer lokalen Präsenz in den einzelnen Ländern trägt nach Ansicht der Experten dazu bei, dass die Anwender Vertrauen fassen. Diese hätten zudem erkannt, dass Offshoring nicht nur preisliche, sondern auch qualitative Vorteile – etwa Produktivitätsgewinne, Prozessverbesserungen und Innovationen – bringen kann.

Allerdings wünschen viele der kontinentaleuropäischen Kunden absolute Diskretion über ihre Offshore-Aktivitäten. Wenn sie nicht darüber reden können, ist es für die Anbieter aber schwerer, Kunden in neuen Branchen und Ländern hinzuzugewinnen, warnen die Analysten. Zudem lasse sich dadurch insgesamt kaum feststellen, welche Ausmaße das so genannte Global Sourcing in den einzelnen Ländern angenommen habe. Denn nicht nur indische, auch etablierte US-amerikanische IT-Dienstleister bieten ja inzwischen Services in Indien sowie in anderen Niedriglohnländern an.

Um effektiv zu bleiben und weiter wachsen zu können, müssen die indischen Anbieter stärker auf Rationalisierungsmaßnahmen - etwa Prozessautomation, wiederholbare Lösungen und Utility-Delivery-Modelle - setzen, meinen die Experten. Angesichts der steigenden Löhne auf dem Subkontinent und der Erschließung weiterer Niedriglohnregionen könnten sie es sich auf Dauer nicht leisten, ihre enormen Personalresourcen aufrechtzuerhalten. Speziell in Europa empfiehlt Gartner den indischen Offshorern, ihre lokalen Servicekapazitäten vor Ort, also nicht nur die Verkaufsbüros, auszubauen. Erfolgsentscheidend sei es, die lokalen Märkte und sprachlich-kulturellen Gegebenheiten zu verstehen und die Services entsprechend anzupassen.

Den kontinentaleuropäischen IT-Dienstleistern raten die Experten, sich neuen Trends wie Offshoring oder die Industrialisierung von IT-Services zu stellen. Wichtig sei es, den Markt sowie die eigene Position und ihre Mög-lichkeiten genau zu analysieren und sich gegebenenfalls mit Partnern, aber auch durch Fusionen und Übernahmen, zusammenschließen. (sp)


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