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Indische Provider fürchten Barack Obama

01.07.2008 um 14:00 Uhr
Autor(en): Joachim Hackmann.
Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten in den USA, Barack Obama, steht unter besonderer Beobachtung der indischen Serviceindustrie. Sie fürchten Sanktionen, sollte Obama die Wahl im November gewinnen.

Die indische Presse greift die Furcht der Industrie auf und analysiert Obamas Wahlkampfauftritte. "Obama lehnt Job-Verlagerung ab", schreibt etwa der indische Online-Dienst rediff.com mit Verweis auf eine Diskussion im Februar 2008. Damals hatte sich Obama in einem Wortgefecht mit der demokratischen Rivalin Hillary Clinton auf die Seite der Arbeitnehmer geschlagen und ausgerufen: "Wir müssen die Steuervorteile für Unternehmen unterbinden, die Jobs ins Ausland verlagern." Anfang Juni griff rediff.com das Thema erneut auf und berichtete von versöhnlicheren Tönen. In einer Rede im Juni hatte sich Obama angesichts des weltweiten Wettbewerbs auf das US-amerikanische Bildungssystem konzentriert: "Die Entwicklung in der Kommunikation und Technik ermöglicht es, Jobs dorthin zu verlagern, wo es einen Internet-Anschluss gibt. Das zwingt unsere Kinder in Raleigh und Boston zum Wettstreit um diese Jobs mit Kindern in Bangalore und Peking", sagte Obama auf einer Veranstaltung Raleigh, North Carolina. Angesichts der Herausforderungen der Globalisierung müsse Amerika mehr in die Bildung investieren, forderte der Präsidentschaftskandidat. Indem man die Wissenschaft und neue Technologien fördere, schaffe man Arbeitsplätze für das 21. Jahrhundert. Protektionismus sei der falsche Weg, beruhigte Obama den besorgten Wirtschaftsvertretern. "Wir tun dem freien Handel keinen Gefallen, wenn wir Handels-Vereinbarungen je nach Interessenslage treffen", zitierte rediff.com Barack Obama.

Jüngst griff auch der Online-Ableger von "The Indian Express" das Thema wieder auf, erstaunlicherweise unter bekannter Headline. "Obama lehnt Job-Verlagerung ab", titelte expressindia.com. "Der Präsidentschaftskandidat der Demokrat verfolgt eine klare Linie gegen das Outsourcing", schreibt der Online-Dienst und untermauert dies mit alten Zitaten etwa zur Besteuerung von Unternehmen, die Jobs verlagern. Die Angabe, dass die Aussagen einer Diskussion mit Clinton im Februar entnommen wurden, bleibt der Online-Dienst seinen Lesern schuldig.



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