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IT-Services
GAD-Chef Anno Lederer im Gespräch

GAD: "Fusion nicht um jeden Preis"

02.05.2008
Im Januar 2008 zog Fiducia-Chef Michael Krings im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE erneut eine Fusion mit dem zweiten genossenschaftlich IT-Dienstleister GAD in Betracht. Nun antwortet GAD-Vorstandssprecher Anno Lederer im Gespräch mit CW-Redakteur Joachim Hackmann.

CW: Schon vor ein paar Jahren wollten die Fiducia und die GAD fusionieren. Im Frühjahr 2006 wurden die Verhandlungen überraschend gestoppt. Warum?

Lederer: Auch nach jetzt fast zwei Jahren werde ich gelegentlich immer noch auf dieses Thema angesprochen. Hintergrund war, dass ein bis zu dem damaligen Zeitpunkt gemeinsam erarbeitetes Rahmenkonzept für einen Zusammenschluss der Unternehmen final nicht die uneingeschränkte Zustimmung des Aufsichtsrats der Fiducia erhalten hatte. Darauf hin wurden die Gespräche seitens des Aufsichtsrats der GAD unterbrochen.

CW: Was hat dem Fiducia-Gremium missfallen?

Lederer: Da müssen Sie eigentlich die Kollegen der Fiducia befragen. Die Vorschläge zur grundsätzlichen Ausrichtung der zukünftigen Unternehmensgruppe mit einer zu gründenden Steuerungsgesellschaft am Standort Frankfurt am Main sowie zur anzustrebenden Parität bei der Gremienzusammensetzung waren in Frage gestellt worden. Insbesondere die Idee eines gemeinsamen Managements in einer Steuerungsgesellschaft sollte die Grundlage schaffen, eine gemeinsame Verantwortung für die mittel- bis langfristige Zusammenführung von unterschiedlichen IT-Lösungen zu verankern.

GAD und Fiducia haben jeweils ein eigenes Kernbankensystem. Der Schlüssel für Einsparpotenziale liegt in einem gemeinsamen System. Das lässt sich jedoch nur umsetzen, wenn die beiden Vorstandsgremien in ein gemeinsames Management-Board eintreten.

Das damals gemeinsam erarbeitet Konzept wurde von unserem Aufsichtsrat bestätigt. Der Fiducia-Aufsichtsrat hat an zwei entscheidenden Stellen Nachverhandlungen gefordert.

Krings und Lederer zur Fusion
lupe

Michael Krings, Vorstandsvorsitzender der Fiducia in Karlruhe, sprach im Januar 2008 mit der COMPUTERWOCHE über eine möglichen Fusion mit der GAD. Nun antwortete Anno Lederer, Sprecher des Vorstandes der GAD, in der COMPUTERWOCHE.

CW: Die Zweifel an der Parität sind verständlich, denn sie begünstigt die GAD. Immerhin ist die Fiducia annähernd doppelt so groß, was Umsatz, Kunden und Mitarbeiter betrifft.

Lederer: Flächenmäßig sind die betreuten Gebiete etwa gleich groß. Die Kunden der GAD haben jeweils ein deutlich größeres Geschäftsgebiet. Im Süden, wo die Fiducia die IT-Versorgung verantwortet, gab es unter den Banken bislang noch keine so intensive Konsolidierung wie im Norden. Geht man von der addierten Bilanzsumme aus, beläuft sich das Verhältnis auf ungefähr 60 zu 40 zugunsten der von der Ficudia betreuten Banken.

Allerdings war es der Ansatz der ersten Sondierungsgespräche, dass die Größe eines Unternehmens und die Anzahl der betreuten Banken nicht ausschlaggebend dafür sein kann, welches gemeinsame Kernbankensystem weitergeführt wird.


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