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Test: O&O Rescuebox 4.1 Personal Edition

12.09.2007
Autor(en): Heiko Mergard.
Mit drei Programmen verspricht die Rescuebox 4.1 "selbst in hoffnungslosen Fällen" Rettung. Inwieweit das stimmt, lesen Sie in unserem Test.

Datenverluste passieren, sei es durch versehentliches Löschen, Formatieren oder durch Virenangriffe. Existiert kein aktuelles Image, helfen Recovery-Tools bei der Wiederher-
stellung der ansonsten verlorenen Daten. Mit drei Programmen verspricht die Rescuebox 4.1 "selbst in hoff-
nungslosen Fällen" Rettung. Doch das ist übertrieben.

Unter Windows 2000, XP und Vista (32 und 64 Bit) gelöschte Dateien spürt Unerase4.1 problemlos auf. Unerase 4.1 findet sogar mehr, als wir im Test gesucht haben: Statt der 61 gelöschten Dateien in 16 Ordnern mit insgesamt 75 MB rettet Unerase 179 Objekte mit insgesamt 204 MB. Das Tool restauriert auch Dateivarianten und ältere Dateien in Sektoren, die bis dahin noch nicht überschrieben wurden. Das ist sehr gut. Video-, Audio-, Text-, Excel-, Access- und Exe-Dateien funktionierten nach der Rettung einwandfrei. Einige Dateinamen und die Ordnerstrukturen wurden jedoch nicht vollständig restauriert. Aber das ist verzeihlich.

Format Recovery 4.0 und Disk Recovery 4.1 scheitern zunächst: Auf dem neu formatierten USB-Stick können sie keine einzige Datei finden. Das enttäuscht. Anders sieht es nach einem Quickformat aus, bei dem nur die Dateizuordnungstabellen gelöscht werden. Danach wird nochmals nach allen Dateien gesucht. Format Recovery findet 62 Dateien, aber nur 69 MB. Einige wenige Dateien sind deshalb nicht mehr nutzbar. Disk Recovery mit der Deep-Scan-Methode findet immerhin 131 MB und 125 Dateien. Widersprüchlich: Eine einzelne VOB-Datei zählt das Utility als 61 Dateien. Ein echter Nachteil ist zudem, dass Disk Recovery die Wiederherstellung pro Scan-Durchgang auf 100 Dateien beschränkt.

Praktisch hingegen: Alle drei Tools lassen sich jetzt von einer Windows PE-basierten Boot-CD auf PCs ohne funktionierendes Betriebssystem einsetzen sowie normal installieren. Daneben ist es aber auch möglich, die Tools direkt unter Windows ohne Installation zu verwenden (Instant-Modus). Was uns nicht gefällt: Die Boot-CD enthält nur die 4.0-Versionen der Programme und verweigert den Dienst unter Vista.

Disk Recovery 4.1 unterstützt jetzt 290 Dateitypen, mit Versionen sind es sogar 419. Darüber hinaus können Anwender eigene Extensionen und Dateisignaturen integrieren. Neben dem Deep Scan (gründliche Suche) und Smart Scan (ignoriert noch vorhandene Dateien) ist der RAW-Scan die gründlichste Methode, die das Dateisystem ignoriert und größte Chancen auf Wiederherstellung bietet. Doch der Anwender muss die gefundenen Dateien im Anschluss aufwändig analysieren und wieder zuordnen.

Die Bedienung aller Tools fällt angenehm leicht. Nervig ist allerdings das wiederholte Eintippen der Seriennummern im Instant-Modus. Die Programm-Optionen sind gut verständlich, die Oberfläche erinnert an den Windows-Explorer. Wiederherzustellende Dateien und Ordner werden per Klickbox markiert oder per Drag and Drop auf das Ziellaufwerk gezogen. Rescuebox unterstützte alle Dateisysteme und Laufwerke, die auch Windows erkennt. Linux-Partitionen bleiben leider außen vor. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Toolbox ist gut, wenngleich sich die Summe der Einzelpreise (190 Euro) relativiert, da einige Funktionen in allen drei Programmen enthalten sind.

Fazit: Für einfache Rettungsaktionen gelöschter Dateien sind die Programme empfehlenswert. Eine 100-prozentig exakte Wiederherstellung darf man dennoch nicht erwarten. Die Anschaffung lohnt sich indes bereits, wenn eine verlorene Datei gerettet wird, in die man drei Arbeitsstunden investiert hat. Sind Sektoren jedoch einmal überschrieben, hilft auch keine andere Software mehr.

Alternative: Für die simple Rettung gelöschter Dateien tun es auch das kostenlose PC Inspector File Recovery 4.0 und Smart Revovery, die aber weniger Dateiformate und maximal Windows XP unterstützen (www.pcinspector.de). Wer häufiger Daten retten muss, sollte zu Rescuebox 4.1 Admin Edition (403 Euro) mit unlimitierter Datenwiederherstellung oder Ontrack Easy Recovery Pro (570 Euro) greifen.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 3,0
Bedienung (35%): Note 1,5
Dokumentation (5%): Note 2,0
Installation/De-Installation (5%): Note 1,5
Systemanforderungen (5%): Note 1,0

GESAMTNOTE: 2,3

Anbieter:

O&O Software

Weblink:

www.oo-software.de

Preis:

100 Euro (Upgrade 60 Euro)

Betriebssysteme:

Windows 2000, XP, Vista, XP

Plattenplatz:

max. 15 MB



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