CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS


RSS-Feed
Home-IT

Philips iPill

Hightech-Pille mit Navi und Funksteuerung

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken | 
von pte pte
Philips hat eine intelligente Pille vorgestellt, die ein wenig an die Zeit der klassischen Science-Fiction-Romane erinnert. Sie ist mit Hightech vollgestopft und erkennt, wo sie ihre Nutzlast abladen soll.

Philips Research hat mit der "iPill" eine intelligente Pille entwickelt, die einer gezielten Abgabe von Arzneien an bestimmten Stellen im Verdauungstrakt dient. Dazu setzt das elf mal 26 Millimeter große Gerät auf einen programmierbaren Abgabemechanismus, wobei die Messung des pH-Werts der Positionsbestimmung dient. Außerdem kann der Prototyp die Temperatur messen. "Wir haben die Machbarkeit nachgewiesen und diese Möglichkeiten in einer Laborumgebung demonstriert", erklärt Philips-Research-Sprecher Steve Klink im Gespräch mit pressetext. Nun sollen klinische Studien mit der massenfertigungstauglichen Hightech-Pille folgen.

Guten Appetit - die iPill von Philips erkennt, wo sie sich im Körper befindet.
Guten Appetit - die iPill von Philips erkennt, wo sie sich im Körper befindet.

Um ihre Position im Verdauungstrakt zu bestimmen, misst die iPill den örtlichen pH-Wert. Denn während die Azidität im Magen sehr hoch liegt, fällt sie bei dessen Verlassen stark und danach graduierlich weiter ab. Diese Messung wird mit Erfahrungswerten über Transitzeiten im Verdauungstrakt kombiniert, um die iPill möglichst genau zu lokalisieren. So kann der eingebaute Mikroprozessor bestimmen, wann Arzneimittel aus dem Reservoir der Pille freizusetzen sind. Die Programmierung ermöglicht dabei eine zielgenaue, massive Freisetzung ebenso wie kleinere Dosen an verschiedenen Stellen oder eine langsame, durchgehende Abgabe. In der Praxis können bestimme Krankheiten durch veränderte pH-Werte Probleme bereiten. "Ein Trockendurchlauf wäre möglich", meint Klink. So könnte das Aziditäts-Profil des Patienten vermessen und die Programmierung angepasst werden. Auch eine Kombination mit bestimmten bildgebenden Verfahren sei denkbar.

Die iPill verfügt über einen Prozessor, eine Batterie, Sensoren, einen Funkchip, eine Pumpe und ein Reservoir für die Medizin.
Die iPill verfügt über einen Prozessor, eine Batterie, Sensoren, einen Funkchip, eine Pumpe und ein Reservoir für die Medizin.

Durch drahtlose Kommunikation bleibt die iPill in Kontakt mit einer Kontrolleinheit außerhalb des Körpers. Grundsätzlich dient das dazu, gemessene Daten zu übermitteln. Allerdings ist eine Kommunikation in beide Richtungen möglich. Damit könnte beispielsweise die Freisetzung einer Arznei unterbunden werden, falls ein Patient schlecht darauf reagiert. Neben dem pH-Wert misst die iPill derzeit noch die Temperatur vor Ort. "Wir gehen davon aus, dass wir die Größe weiter reduzieren und zusätzliche Funktionalität einbauen können", betont Klink gegenüber pressetext.

"Die Kombination aus Navigationsfeedback, elektronisch gesteuerter Freisetzung und Monitoring des Verdauungstrakts kann die iPill-Technologie zu einem wertvollen Forschungswerkzeug für die Arzneimittelentwicklung machen", meint Karsten Cremer von der Baseler Pharma Concepts. Eine Möglichkeit, die sich mit der intelligenten Pille eröffnet, sind Klink zufolge Studien, in denen die Aufnahme von Arzneien in den Blutkreislauf in Abhängigkeit vom Freisetzungsort untersucht wird. Im therapeutischen Bereich könnten sich neue Therapiemöglichkeiten für Krankheiten wie Dickdarmkatarrh, Darmkrebs und Morbus Crohn eröffnen.

Zunächst sind aber klinische Studien zur intelligenten Einweg-Pille erforderlich. "Wir wollen die chemischen Vorteile des Systems beim Menschen nachweisen", sagt Klink. Bei Gesprächen über die iPill mit Pharmaunternehmen stoße die Technologie jedenfalls auf Interesse. Sie wird auf dem am Sonntag beginnenden Jahrestreffen der American Association of Pharmaceutical Scientists in Atlanta der Öffentlichkeit vorgestellt. (pte)


(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

HOME IT: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
40 kostenlose Programme für Sie 40 kostenlose Programme für Sie Dank unserer 40 kostenlosen Programme können Sie sich in Zukunft das Geld für teure Software komplett sparen.
weiter
Die schlechtesten Photoshop-Bilder Die schlechtesten Photoshop-Bilder Bei der Bildbearbeitung kann so manches schief gehen. Wir zeigen Ihnen die 35 schlimmsten Photoshop-Pannen.
weiter
Digitalkamera-Test: Nikon D5000 Digitalkamera-Test: Nikon D5000 Die Nikon D5000 wartet mit vielen Features aus dem High-End-Bereich auf. Lesen Sie in welchen Bereichen die Kamera sonst noch überzeugen konnte.
weiter
37 Erweiterungen für den Firefox 37 Erweiterungen für den Firefox Mozilla legt Nutzern des Firefox-Browsers mit der Aktion "Fashion your Firefox" 37 Add-ons und Themes ans Herz.
weiter
So finden Sie den perfekten HD-Fernseher So finden Sie den perfekten HD-Fernseher Mit unseren 10 Tipps finden auch Sie in der Unzahl an Flachbildfernsehern das für Sie perfekte Gerät.
weiter
40 kostenlose Programme für Sie Die schlechtesten Photoshop-Bilder Digitalkamera-Test: Nikon D5000 37 Erweiterungen für den Firefox So finden Sie den perfekten HD-Fernseher
MEHR ZUM THEMA HOME-IT
  • Artikel
  • Whitepaper
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke + Wireless