computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Green IT
EU-Vorgabe

Unternehmen müssen Green IT ernster nehmen

28.07.2008 um 08:25 Uhr
Autor(en): pte pte.
Computer verursachen so viele CO2-Emissionen wie der Flugverkehr. Das soll sich ändern. Allein beim Standby schlummert ein hohes Einsparpotenzial.

Weltweit werden über eine Milliarde Computer genutzt. Bis zum Jahr 2012 soll sich diese Zahl verdoppeln, so die Studienergebnisse des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Gartner. Für rund 58 Prozent der Arbeitnehmer ist der kleine Helfer im Beruf unverzichtbar. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes steht er außerdem in 70 Prozent aller deutschen Haushalte. Auf der Schattenseite dieser elektronischen Flut steht die schlechte Umweltbilanz: Viele der Geräte sind veraltet und wahre Stromschlucker. Strom im Wert von 360 Millionen Euro jährlich verbrauchen die rund 30 Millionen Privat-PCs bereits im Standby-Modus.

Kein Wunder also, dass die Politik die Notbremse zieht. Einem Beschluss der EU-Kommission zufolge dürfen Computer ab 2010 im Bereitschaftsmodus höchstens ein Watt pro Stunde verbrauchen. Diese Standby-Vorgabe ist die erste Verordnung, die die EU-Mitgliedsstaaten im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie beschlossen haben, berichtete die "Tagesschau". Erklärtes Ziel sei es, durch bessere Konstruktionen der Computer die Umweltbelastungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu mindern. Doch das so genannte Konzept der Green IT umfasst weit mehr als nur sparsame Geräte, wie Ulrike Kalle, Chemieexpertin von Greenpeace, zu berichten weiß: "Die Hersteller müssen sich den gesamten Lebensweg ihrer Produkte vornehmen - vom Abbau der Rohstoffe über die Produktion bis hin zur Wiederverwertung der Altgeräte", so Kallee.

Greenpeace setzt sich bereits seit 2005 für umweltfreundliche Elektronik ein. Zahlreiche Hersteller hätten seitdem ihre Umweltrichtlinien geändert. Apple etwa habe im vergangenen Jahr als Reaktion auf die Greenpeace-Kampagne "Green my Apple" angekündigt, auf PVC und bromierte Flammschutzmittel zu verzichten. Auch das Technologieunternehmen Bizerba aus Balingen hat erkannt, dass Green-IT nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch lukrative Einsparmöglichkeiten bietet. "Zur Kühlung der Geräte im Rechenzentrum nutzen Klimaanlagen mit Free-Cooling-Funktion in der kalten Jahreszeit die Außenluft zur Kälteerzeugung. Zusätzliche Kältemaschinen kommen nur an heißen Tagen zum Einsatz. Dadurch lässt sich der Energieverbrauch beträchtlich senken", erklärt Matthias Harsch, Sprecher der Geschäftsführung bei Bizerba.

Und das scheint dringend nötig. Denn laut einer Gartner-Schätzung erzeugt die IT-Industrie genauso viel Kohlendioxid-Ausstoß wie der weltweite Flugverkehr. Die Schätzungen basieren auf der gesamten Energie, die PCs, Server, Telefonanlagen und Netzwerke in den Büros weltweit erzeugen. "In den nächsten fünf Jahren wird der finanzielle, umweltpolitische, juristische und risikobehaftete Druck auf Unternehmen stärker, ihre Organisation grüner zu machen", so Simon Mingay, Vizepräsident von Gartner, in einem Bericht von Grüne-IT. Nur wenige Manager hätten bislang die von ihnen verursachten Umweltbelastungen erkannt. (pte)



Seite: 1


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.


Neu im Virtual Data Center
Virtual Data Center
Virtualisierung lässt Anwendungen reibungsloser laufen, spart Stellplatz und erhöht die Verfügbarkeit der Systeme. Angesichts der Vorteile scheint es lohnenswert, sich intensiver mit der Materie zu befassen.

Die wichtigsten Schritte zur Green-IT
GREEN IT: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Strato bremst die Stromzähler Strato bremst die Stromzähler In Punkto Energieeffizienz gehört Strato zu den Vorreitern in Deutschland. Pro Kunde konnte der Energieverbrauch um 30 Prozent gedrosselt werden.  weiter
Giftmüll in Afrika Giftmüll in Afrika Mit gefährlichen Chemikalien belasteter Elektronikschrott hat in Ghana zu dramatischer Umweltverschmutzung geführt. Die Bevölkerung ist ahnungslos.  weiter
Nicht reden, sondern machen! Nicht reden, sondern machen! Das Hype-Thema Green IT ist zum Marketingtrend verkommen. Andreas Zilch blickt hinter die Fassade und gibt konkrete Tipps für nachhaltige Strategien. weiter
Kein grünes RZ um jeden Preis Kein grünes RZ um jeden Preis Green IT ist eine gute Sache. Keine Frage. Doch Energiesparkonzepte in einem Rechenzentrum umzusetzen, kostet viel Geld. weiter
Teurer Strom pusht Green-IT Teurer Strom pusht Green-IT Bei Investitionsentscheidungen im IT-Bereich wird Umweltverträglichkeit zum wichtigen Argument. weiter
Strato bremst die Stromzähler Giftmüll in Afrika Nicht reden, sondern machen! Kein grünes RZ um jeden Preis Teurer Strom pusht Green-IT
  • Top geklickt
  • Top verlinkt
  • Neue Whitepaper
  • Beliebteste Whitepaper
Frage der Woche

Wer könnte die Probleme mit dem Datenmissbrauch am ehesten lösen?

TESTEN SIE IHR WISSEN KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security