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ERP

ERP: AP AG sucht eigenes Rechnungswesen

25.09.2007 um 15:11 Uhr
Der ERP-Anbieter AP AG aus Karlsruhe will nach der Mehrheitsbeteiligung durch den polnischen IT-Konzern Asseco die Aktivitäten im gehobenen Mittelstand verstärken. Dazu zählt auch ein eigenes Rechnungswesen, das durch eine Übernahme erworben werden soll. Zudem will der Anbieter ins On-Demand-Geschäft einsteigen.

Vermutlich bis Jahresende will AP AG einen Spezialisten für Rechnungswesen und Controlling übernehmen. Das Geld für solche Zukäufe stammt von Asseco. Der IT-Konzern hatte sich mit 80 Prozent an dem ERP-Anbieter beteiligt. Die restlichen Anteile verbleiben bei den Firmengründern. In Deutschland hat das polnische Software- und Systemhaus eine Holding gegründet, in der bisher nur die AP AG eingegliedert wurde. Asseco will auf dem deutschen Markt weitere Firmen erwerben, neben dem erwähnten Rechnungswesenanbieter auch einen deutschen ERP-Hersteller.

Die AP AG hofft, durch die Hilfe von Asseco einerseits den osteuropäischen Markt besser zu bedienen. Dort errichten deutsche Nutzer der ERP-Software Fertigungswerke, die Bedarf an Business-Lösungen haben. Andererseits, so die Karlsruher, hat man mit den Polen nun einen starken Finanzpartner im Rücken.

Der polnische IT-Konzern verfolgt mit dem Einkauf beim Softwarehaus das Ziel, in den europäischen Kernmarkt vorzudringen. Asseco entwickelt unter anderem Bankensoftware sowie Data Warehouse- und Business-Intelligence-Systeme. Mit der AP AG kam nun ein ERP-Spezialist hinzu. Wie sich der Zukauf letztlich auf die Produktstrategie der AP AG auswirkt, bleibt abzuwarten.

Bei der Expansion der AP AG in den gehobenen Mittelstand soll eine komplette ERP-Lösung helfen. Was dem Anbieter hier noch fehlte, war ein eigenes, fest ins System eingebundenes Rechnungswesen. Bisher hatte das Unternehmen die Produkte von Diamant, CSS und Varial verwendet. Doch ein Drittsystem lässt sich nie so eng in die restlichen ERP-Prozesse integrieren wie ein natives Modul. Dies liegt unter anderem daran, dass die Drittlösung ein eigenes Datenmodell und ?haltung besitzt. Ob einer der genannten Softwarepartner übernommen werden soll, wollte AP AG nicht bestätigen.

Zum gehobenen Mittelstand zählen für Michael Vogt, einem der Vorstände der AP AG, Firmen mit 100 bis 500 Angestellten. Beim klassischen Softwaregeschäft soll es nicht bleiben: Der Hersteller plant, ähnlich wie unlängst SAP mit "Business Bydesign", ein eigenes On-Demand-ERP-Produkt zu lancieren. Grundlage dafür bildet "APplus 5.0", das nächste Haupt-Release der auf Microsoft .NET basierenden Business-Software.

Mit dem Anspruch, verstärkt den gehobenen Mittelstand zu adressieren, war die Beteiligungsgesellschaft Frankfurt Capital Partners AG (FCP) im Jahr 2006 bei AP AG eingestiegen und hatte dieses Investment nun weiter veräußert. Seitdem leiten Vogt und FCP-Partner Reinhard Dilger die Geschäfte des Softwarehauses. Durch die Beteiligung der Asseco stehe für dieses Ziel nun mehr finanzielle Mittel zur Verfügung. Das polnische IT-Unternehmen setzt im Jahr rund 350 Millionen Euro um und ist an der Warschauer Börse notiert. Teil des Vorhabens ist auch, die AP AG fit zu machen für einen Börsengang in etwa drei Jahren. (fn)



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